Es soll keinen neuen Bebauungsplan geben. Vier Anbieter wollen Anlage errichten.

Das Steinkohlekraftwerk in Lünen soll 2012 ans Netz gehen.
Das Steinkohlekraftwerk in Lünen soll 2012 ans Netz gehen.

Das Steinkohlekraftwerk in Lünen soll 2012 ans Netz gehen.

Trianel

Das Steinkohlekraftwerk in Lünen soll 2012 ans Netz gehen.

Krefeld. Die Stadt wird auf keinen Fall ganz neue Bebauungspläne für das geplante Kraftwerk im Uerdinger Chemiepark auflegen. Das machte die Stadtspitze bei einem Gespräch mit der Bezirksregierung deutlich. Nach dem Hin und Her um das gemeindliche Einvernehmen Krefelds zum Milliarden-Projekt in Uerdingen haben sich vorige Woche Vertreter von Stadt, Bauherr Trianel und Betreiber Bayer beim Regierungspräsidenten getroffen, um die jeweiligen Positionen abzustecken.

Die Bezirksregierung unterscheidet sehr klar zwischen dem gemeindlichen Einvernehmen und der Einschätzung der Bebauungspläne. Die müssten vor dem Hintergrund des Baustopps für das Kohlekraftwerk in Datteln besonders kritisch unter die Lupe genommen werden.

Trianel arbeitet mit Hochdruck an der Ausschreibung

Die Stadt hingegen ist davon überzeugt, dass die bestehenden Pläne das Kohlekraftwerk zulassen. Nun wollen Stadt und Bayer der Bezirksregierung die dazu bereits erstellten Gutachten zugänglich machen, um ihre Position zu untermauern.

Unterdessen arbeitet der Kraftwerks-Bauherr Trianel mit Hochdruck an der Ausschreibung für den Bau des Kohlekraftwerks. Die Frist, die in diesem Monat ablaufen sollte, wurde gerade um einige Wochen verlängert.

Vier Anbieter aus Europa und Asien sind noch im Rennen, darunter auch die Firmen, die mit Trianel derzeit gemeinsam ein Kraftwerk in Lünen bauen - die Österreicher AE&E und die Japaner IHI. Die Zeit will man den Interessenten lassen, schließlich geht es um ein schlüsselfertiges Bauwerk im Wert von über einer Milliarde Euro. Viele technische Details sind abzustimmen, drei der Bewerber haben sich bereits auf der Baustelle im Uerdinger Chemiepark umgesehen und selbst ein Bild gemacht.

Der pensionierte ehemalige Leiter des städtischen Fachbereichs Liegenschaften und Ex-Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist - wie die WZ bereits exklusiv berichtete - ab sofort als Projektkoordinator der Stadt für das Kraftwerk zuständig. Bei Gerold Stahr (Foto) sollen alle Fäden zusammenlaufen, er soll die Koordination zwischen Bauherr, Betreiber, Bezirksregierung und Stadt steuern. Derzeit wird ein Büro für Stahr im Stadthaus eingerichtet.

Stahr ist formal dem Planungsdezernenten Thomas Visser unterstellt. Bezahlt wird er aus dem laufenden Haushalt. Damit ist Oberbürgermeister Gregor Kathstede einem Vorschlag gefolgt, der u.a. von der SPD vorgebracht wurde, dass ein fester und kompetenter Ansprechpartner sich um das wichtige Thema Kraftwerk in Uerdingen kümmern sollte.

Wenn die Angebote vorliegen, werden sie von Trianel geprüft. Dann beginnen die Verhandlungen mit den Anbietern um den endgültigen Zuschlag. Die Verweigerung der Stadt Duisburg, das gemeindliche Einvernehmen mit dem Kraftwerksbau zu erteilen, sieht man bei der Aachener Firma Trianel übrigens gelassen. Der Regierungspräsident könne die Stadt im Zweifelsfall überstimmen. Aber da sei sicherlich ein Kompromiss möglich, sagte ein Sprecher gegenüber der WZ.

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