Stadt und Covestro einigen sich im Streit um die ehemalige Kantine des Werks. Gerichtsbeschluss wird umschifft.

Stadt und Covestro einigen sich im Streit um die ehemalige Kantine des Werks. Gerichtsbeschluss wird umschifft.
Jahrelang stritten Stadt und Covestro um die Zukunft des Kasinos. Archiv: abi

Jahrelang stritten Stadt und Covestro um die Zukunft des Kasinos. Archiv: abi

Jahrelang stritten Stadt und Covestro um die Zukunft des Kasinos. Archiv: abi

Krefeld. Jetzt also doch: Das ehemalige Bayer-Kasino wird abgerissen. Darauf einigten sich Stadt und Covestro nach eigenen Angaben. Trotz eines gültigen Urteils des Oberverwaltungsgerichtes Münster zur Denkmalwürdigkeit des Gebäudes werden bald die Bagger rollen. „Aufgrund der klar nachgewiesenen Nicht-Nutzbarkeit kann das Gebäude nun unter Auflagen zurückgebaut werden“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Stadtsprecher Dirk Senger sagt: „Die Firma Covestro konnte darstellen, dass das Gebäude ihrerseits nicht mehr rentabel nutzbar und somit nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sei.“

Laut Vorgabe des Amtes für Denkmalpflege (Landschaftsverband Rheinland) muss das Unternehmen vor dem Abriss auf eigene Kosten eine Dokumentation gemäß des Denkmalschutzgesetzes zu dem Denkmal anfertigen. „Erst nach erfolgter fachlicher Prüfung der Dokumentation durch den Landschaftsverband darf mit dem Abbruch des denkmalgeschützten Gebäudes begonnen werden“, sagt Senger.

Unternehmen startet mit Planung für den Abriss

Jan Lüben, Geschäftsführer der Eigentümerin des Gebäudes, Covestro First Real Estate, zeigte sich mit dem Urteil in Summe zufrieden: „Wir begrüßen die Entscheidung, zu der im Vorfeld Gespräche mit der Stadt Krefeld stattgefunden haben. Aufgrund drastisch sinkender Besucherzahlen und eines sehr hohen Modernisierungs- und Sanierungsbedarfs kann das Gebäude seit Jahren nicht genutzt werden. Auch künftig ist weder die alte Funktion als Kantine noch eine neue Nutzung denkbar – selbst wenn größere Investitionen getätigt würden.“

Das Unternehmen starte nun die Vorbereitungen für den Rückbau. „Nach erfolgter Abstimmung zur denkmalrechtlichen Dokumentation werden wir mit den Abrissarbeiten beginnen können“, sagt Lüben. Für alle zukünftigen Planungen gelte, dass Covestro „Gebäude- und Grundstückspotenziale verantwortungsvoll nutzen werde“.

Jahrelang hatten Stadt und Covestro um die Zukunft der ehemaligen Kantine des Werks gestritten. Erst im Mai dieses Jahres hatte das OVG Münster die Unterschutzstellung des Gebäudes als Denkmal bestätigt. Covestro hatte gegen einen entsprechenden Antrag der Stadt zuvor geklagt. Die Richter in Münster entschieden, dass das 1961 vom Krefelder Architekten Helmut Hentrich gebaute Casino „bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsprozesse der Stadt Krefeld“ sowie ein „Beispiel für die Baukultur der 1960er Jahre“ sei. hoss

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