Krefelds Boulevard war am Sonntag ganztägig gesperrt. Um sechs Uhr rückten die Maschinen an.

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Mit riesigen Maschinen wird der heiße Asphalt auf die Fahrbahn aufgetragen.

Mit riesigen Maschinen wird der heiße Asphalt auf die Fahrbahn aufgetragen.

Dirk Jochmann

Mit riesigen Maschinen wird der heiße Asphalt auf die Fahrbahn aufgetragen.

Krefeld. In der Bäckerei Sommer hüpfen die Brötchen in den Regalen. Eine mächtige Walze plattiert den dampfenden Asphalt an der Ecke Ostwall/Dreikönigenstraße.

Schon um sechs Uhr ist es vorbei mit der Sonntagsruhe auf der Nord-Süd-Achse der Innenstadt. Autofreier Ostwall, zumindest einseitig. Auf der westlichen Seite wird die Deckschicht, die noch fehlende Fahrbahndecke, aufgebracht. Die Krefelder Firma Gebrüder Kickartz ist mit schwerem Gerät und vielen Arbeitern in Sicherheitswesten im Einsatz.

Ein Trupp sprüht zunächst Spezialkleber auf die untere Schicht, dann bringt ein Fertiger, eine riesige Maschine in Fahrbahnbreite, heißen Asphalt auf. Die Gully-Deckel müssen anschließend in Handarbeit auf die Höhe der Fahrbahndecke gebracht werden. Es folgen die Walzen. So arbeiten sich die Bautrupps Meter für Meter vor.

Kurz vor zwölf ist der Südwall erreicht. Der Fertiger steht dampfend vor Meister Ponzelars Denkmal. Überall stehen Zuschauer auf dem früheren Boulevard. Oliver Müller (47) ist als Bergmann in der Zeche West in Kamp-Lintfort auch eine Art Tiefbauer. Es sei schon interessant zu sehen, wie eine Straße entsteht.

"Das sieht man ja nicht alle Tage". Ansonsten ist er eher skeptisch, was die Umgestaltung angeht. "Es ist ja alles recht schön. Aber wer weiß, wie das in ein paar Wochen aussieht? Und die vielen leeren Schaufenster und Döner-Buden."

544 Meter von Neue Linner Straße bis Ostwall, Haus Nummer 32.

Die Deckschicht ist durchgehend vier Zentimeter hoch. Verarbeitet werden 170 Tonnen Asphalt. Die Gesamtfläche beträgt 2100 Quadratmeter, das entspricht der Größe von drei Fußballfeldern.

Im Einsatz sind am Sonntag 20 Bauarbeiter des Krefelder Unternehmens Gebrüder Kickartz. Arbeitsbeginn sechs Uhr, Ende gegen 16 Uhr. Gearbeitet wird mit einem "Fertiger" und zwei Walzen, wovon die größere 14 Tonnen auf die Waage bringt.

Ursula Löbbecke ist von der Kursana-Residenz herüber gekommen. "Ich gehe gerne hier auf dem Ostwall spazieren" sagt die Seniorin. "Besonders gefällt mir die moderne Ausrichtung. Früher war das ja alles eher altbacken." Und sie hat noch eine Idee: "Verlegt doch den Weihnachtsmarkt vom Dionysiusplatz auf den Ostwall. Das würde ihn wieder attraktiv machen."

Beate Reif und Bernd Relouw von der städtischen Bauleitung ziehen am Nachmittag Bilanz: "Keine Beschwerden der Anlieger, die schon seit vier Wochen von dem Termin wussten." Thomas Zowislow von Kickartz schließt sich an: "Keine Zwischenfälle. Prima gelaufen."

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