Gegen die Stimmen der CDU und unter Protest der Anwohner fiel jetzt die Entscheidung gegen die Westwall-Öffnung.

Gegen die Stimmen der CDU und unter Protest der Anwohner fiel jetzt die Entscheidung gegen die Westwall-Öffnung.
Der Westwall wird im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Museums in südliche Richtung abgesperrt bleiben. Archiv

Der Westwall wird im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Museums in südliche Richtung abgesperrt bleiben. Archiv

Andreas Bischof

Der Westwall wird im Bereich des Kaiser-Wilhelm-Museums in südliche Richtung abgesperrt bleiben. Archiv

Krefeld. Mit 10 gegen 6 Stimmen hat sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend für einen verkehrsberuhigten Karlsplatz ausgesprochen, gegen die Stimmen der CDU. Damit folgt die Mehrheit nach einer fast einstündigen Diskussion und Austausch der unterschiedlichen Positionen dem Entwurf der Verwaltung – unter tumultartigem Protest einzelner Gegner.

Anwohner hatten sich mit mehr als 1500 gesammelten Unterschriften ebenso wie Einzelhändler und die IHK für eine sofortige Öffnung des Westwalls in dem Teilabschnitt ausgesprochen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die geplante Verkehrsführung in der Bezirksvertretung Mitte für hitzige Diskussionen gesorgt. Dort hatte sich der Vertreter der Linken noch für die Öffnung ausgesprochen. Mit 7 zu 6 Stimmen hatten die Bezirksvertreter die Aufhebung der Sperrung empfohlen. Dienstag im Bauausschuss stimmte ein Linken-Vertreter nun für das Verkehrskonzept der Verwaltung. Dabei hatte die CDU zu Beginn der Sitzung noch ein Alternativpapier vorgelegt, über das bei möglicher Ablehnung der Verwaltungsvorlage dann abgestimmt worden wäre. So weit kam es nicht.

Dezernent Martin Linne hatte zu Beginn der Diskussion noch einmal an den Beginn der Planungen erinnert: „Wir diskutieren seit fast vier Jahren nun auch über das Umfeld des KWM.“ Die Pläne seien bei der Beschlusslage im vergangenen Herbst noch allseits gelobt worden. Auf der Suche nach einem Kompromiss schlug er eine zweijährige Probephase vor. Danach könne man erneut darüber sprechen, ob sich die neue Verkehrsführung bewährt habe oder nicht.

„Die Problematik ist viel komplexer, als nur die Diskussion um das Kaiser-Wilhelm-Museum“, entgegnete ihm Bauausschuss-Vorsitzender Jürgen Wettingfeld. Auch die neue Gestaltung des Dionysiusplatzes (die WZ berichtete) müsse dabei betrachtet werden. Um zu einer Entscheidung im Bauausschuss zu kommen, schlug er deshalb kurze Stellungnahmen der verschiedenen Fraktionen vor. Zuvor meldete sich aber noch Kulturdezernent Gregor Micus zu Wort und warb für die Gestaltung eines neuen Platzes und den Stellenwert für das Museum.

Für die SPD muss die Erreichbarkeit der Innenstadt sichergestellt sein, aber die Achsen nicht mehr zwangsläufig von Nord nach Süd und von Ost nach West verlaufen. „Im Grunde stimmen wir der Verwaltungsvorlage zu“, sagte Jürgen Hengst, der auch für eine Probephase plädierte. Die CDU sprach sich wie erwartet dagegen aus und forderte, die Bedenken der Menschen Ernst zu nehmen. „Es ist ein Abwägungsprozess“, sagte Daniel John (Grüne), „aber wenn wir einen Platz bekommen, wäre das ein voller Erfolg.“ Die FDP sprach sich für die sofortige Öffnung des Westwalls aus. Manfred Göbel (Linke) konnte sich vor dem Museum auch Tempo 10 vorstellen – nicht ohne Kritik an der Verwaltung, die die Entscheidung ohne die Bürger treffen würde.

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