Anonyme Anzeige hat Stadt auf illegales House-Event aufmerksam gemacht. Veranstalter spricht von Privatfeier.

Wolf-Reinhard Leendertz hatte eine Halle auf seinem Areal für die Party zur Verfügung gestellt. Archiv
Wolf-Reinhard Leendertz hatte eine Halle auf seinem Areal für die Party zur Verfügung gestellt. Archiv

Wolf-Reinhard Leendertz hatte eine Halle auf seinem Areal für die Party zur Verfügung gestellt. Archiv

A. Bischof

Wolf-Reinhard Leendertz hatte eine Halle auf seinem Areal für die Party zur Verfügung gestellt. Archiv

Krefeld. 150 bis 200 Leute wollten am Samstagabend bei einer House-Party in einer Halle auf dem Gelände des Mies-van-der-Rohe-Business-Park gut gelaunt abtanzen. Unter dem Namen „Selected“ hatten sie sich über Facebook namentlich dazu angemeldet. Die Theke war aufgebaut, die Getränke kaltgestellt, Mischpult und Lichtanlage aufgebaut. Doch ein anonymer Brief an die Stadt sowie die Baubehörde in Folge haben Einlader Patrick Niesters in letzter Sekunde einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht. Die Party ist abgesagt.

„Für die vormals industriell genutzte Halle liegt keine Genehmigung als Versammlungsstätte vor“, erklärt Stadtsprecher Dirk Senger den Sachverhalt. Bei dieser Veranstaltung handele es sich um eine temporäre Nutzungsänderung in eine Versammlungsstätte. Gemäß Bauordnung sei deshalb eine baurechtliche Genehmigung zur Durchführung einer Einzelveranstaltung erforderlich.

Die Stadt musste handeln, nachdem sie am Donnerstag eine anonyme Mail mit dem Hinweis auf die Party erhalten hatte. Darin war von einer „Schwarz-Gastronomie“ die Rede, weshalb Anzeige wegen des möglichen Verstoßes gegen das Gaststättengesetz und die Versammlungsstättenverordnung erstattet wurde. Seit einigen Wochen sei offiziell für diese Party mit DJ und alkoholischen Getränkeausschank geworben worden. Der anonyme Mailschreiber wähnte 500 bis 800 mögliche Gäste – und das ohne Notausgang und Sicherheitskonzept.

Mit-Veranstalter Patrick Niesters kann die Aufregung nicht verstehen. Zumal sie bereits die Zweite dieser Art am selben Ort sein sollte. „Das wäre eine komplett private Party geworden und kein öffentliches Event“, hält er dagegen. Schließlich habe man sich namentlich anmelden müssen, auch deshalb, um den Überblick über die Gästezahl zu behalten. Zweifel an der Mietbarkeit der Halle hatte er keine. Schließlich wird die auch auf der Internetseite des Eigentümers Wolf-Reinardt Leendertz beworben. Der war für eine Stellungnahme dazu telefonisch am Freitag nicht zu erreichen. Dafür hat die Bauaufsicht angekündigt, hinsichtlich künftiger Veranstaltungen den Business-Park zu überwachen.

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