Drei Männer, die die Hülser Volksbank ausgeraubt haben sollen, vor Gericht.

Weil von einer Geiselnahme ausgegangen worden war, war in Hüls auch ein Spezialeinsatzkommando eingesetzt worden. (Archiv
Weil von einer Geiselnahme ausgegangen worden war, war in Hüls auch ein Spezialeinsatzkommando eingesetzt worden. (Archiv

Weil von einer Geiselnahme ausgegangen worden war, war in Hüls auch ein Spezialeinsatzkommando eingesetzt worden. (Archiv

L. Strücken

Weil von einer Geiselnahme ausgegangen worden war, war in Hüls auch ein Spezialeinsatzkommando eingesetzt worden. (Archiv

Krefeld. Wegen Geiselnahme und räuberischer Erpressung müssen sich seit gestern Hans Willi D. (Goch), Rainer O. (Kempen) und Manfred S. (Espelkamp) vor dem Landgericht verantworten. Die 57, 66 und 36 Jahren alten Angeklagten sollen am 25. Juli 2008 gegen 7 Uhr die Volksbank-Filiale an der Tönisberger Straße in Hüls überfallen zu haben.

Durch ein offenstehendes Fenster verschafften sie sich laut Anklage Zugang zum Gebäudes, um dann die Mitarbeiter mit ungeladenen Soft-Air-Pistolen zu bedrohen und die Herausgabe von Bargeld zu erzwingen. Das mit Sturmhauben maskierte Trio brachte zuerst eine Angestellte in seine Gewalt und fesselte sie mit Kabelbindern an einen Bürostuhl.

Inzwischen trafen, von den Angeklagten unbemerkt, zwei weitere Bankangestellte ein, die schnell die Situation erkannten und die Polizei benachrichtigten. Als dies zwei Täter bemerkten, flohen mit ihrem Auto in Richtung Kempen. Danach bekam es auch Hans D. mit der Angst zu tun und entfernte sich zu Fuß vom Tatort.

Ein Angestellter nahm die Verfolgung auf und informierte die Beamten per Telefon über den Fluchtweg, so dass D. noch in unmittelbarer Nähe des Tatortes, auf der Schluff-Trasse, festgenommen werden konnte. Ihm droht Sicherungsverwahrung, da er einen Hang zu erheblichen Straftaten haben und für die Allgemeinheit gefährlich sein soll.

D. und O. gaben die Tat zu, während S. sich noch nicht äußern wollte. D. hatte sich hoch verschuldet: Allein 1,4 Millionen Euro beim Finanzamt, 400.000 Euro bei der AOK und privat 40.000 Euro

Beide Mitangeklagten bezichtigen den Jüngsten im Bunde, der ewige Antreiber gewesen zu sein, um "etwas zu machen". Manfred habe gesagt: "Wir machen ’ne Bank". Danach soll er seine Komplizen immer mehr unter Druck gesetzt und die Bank in Hüls ausgespäht haben - sechs Tage lang jeden Morgen ab sechs Uhr. So sollte festgestellt werden, wann die Angestellten eintrafen.

Die Tat geschah an einem Freitagmorgen, sollte aber eigentlich schon 24 Stunden vorher erfolgen. O.: "Da mussten wir abbrechen, weil ich aus Angst meine Sturmhaube versteckt hatte."

Fortsetzung des Prozesses ist am 27. Februar.

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