Schienenbusse für Deutschland.

Produktion
Ein Relikt der privaten Bahnen aus dem 19. Jahrhundert ist der Schluff.

Ein Relikt der privaten Bahnen aus dem 19. Jahrhundert ist der Schluff.

Jochmann, Dirk (dj)

Ein Relikt der privaten Bahnen aus dem 19. Jahrhundert ist der Schluff.

Krefeld. Mit dem Bau der Eisenbahnwerkstätten in Oppum 1890 begann in Krefeld die Produktion von Waggons und Zügen. Zwei Jahre später wurden dort Waggons bearbeitet, die Loks blieben am Bahnhof zur Reparatur.

Seit 1898/99 werden in Uerdingen Eisenbahnwaggons gebaut. Das Unternehmen wuchs von 1935 an entscheidend durch die Übernahme der Düsseldorfer Waggonfabrik AG.

1959 folgte dann einer von vielen Meilensteinen in der Erfolgsgeschichte: der Produktionsbeginn des legendären dunkelroten Uerdinger Schienenbusses, von dem in den folgenden Jahren rund 3300 Wagen hergestellt wurden. 1959 erfolgte die Umfirmierung der Werke Düsseldorf und Krefeld-Uerdingen in Waggonfabrik Uerdingen AG und 1981 in Duewag AG.

Von der Duewag übernahm Siemens 1990 rund 97 Prozent der Geschäftsanteile. Weiter entscheidend ausgebaut wurde der Standort Krefeld im Jahre 2001 durch Übernahme des Düsseldorfer Standortes.

Das alte Bahnbetriebswerk mit seiner Drehscheibe und seinem Ringlokschuppen in der Nähe des Hauptbahnhofes dient seit einigen Jahren auch wieder als Werkstatt und als Heimstätte für begeisterte Eisenbahnfreunde.

In den deutschen Ländern investierten in den Pionierjahren vor allem Privatbahnen in den Ausbau des Streckennetzes. Sie spekulierten auf hohe Gewinne durch den Transport von Massengütern wie Kohle und Stahl. Die Beförderung von Personen brachte vielleicht Prestige ein, aber kaum große Erträge. Krefeld als Textilstadt benötigte vorerst den Massentransport nicht. Hier wollte man unter anderem günstige Kohle aus dem Ruhrgebiet antransportieren lassen, welche die Dampfmaschinen in den Krefelder Betrieben benötigten.

Die private Bahngesellschaft „Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahngesellschaft“ besaß Ende 1844 bereits ein Stammkapital von 1,2 Millionen Talern für den Bau einer Eisenbahntrasse. Gut fünf Jahre später rollte der erste Zug in der Samt- und Seidenstadt ein.

Der Personenverkehr stieg in den Pioniertagen stetig an: Im Krefelder Bahnhof von 1888/89 mit 507 246 Passagieren bis 1897/98 auf 1 214 360 Fahrgäste.

Als Relikt der privaten Nebenbahnen aus dem 19. Jahrhundert ist die Krefelder Bahn heute als Museumsbahn von St. Tönis zum Hülser Berg noch unterwegs. Sie ist eine der ältesten deutschen Privatbahnen. Das Streckennetz des Schluffs reichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis Süchteln und Moers. Sie wurde stillgelegt, weil sie nicht mehr wirtschaftlich war.

Dort werden unter anderem auch Dampfloks gewartet. Das Betriebswerk ist im Rheinland als einziges seiner Art erhalten geblieben und steht unter Denkmalschutz.

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