Eine Burger King-Filiale wurde einen Tag lang nur von Azubis geführt.

Ausbildung
Neun Stunden lang übernahmen die Azubis die volle Verantwortung - von 9 bis 18 Uhr hielten sie die Burger King-Filiale an der Gladbacher Straße am Laufen (v.l.): Linda Rosso, Serkan Tayar, Christine Schneider, Kai Bollessen, Kevin Soßalla, Pietro Di Maggio, Tufan Memili, Esther Tutz, Pascal Gerber.

Neun Stunden lang übernahmen die Azubis die volle Verantwortung - von 9 bis 18 Uhr hielten sie die Burger King-Filiale an der Gladbacher Straße am Laufen (v.l.): Linda Rosso, Serkan Tayar, Christine Schneider, Kai Bollessen, Kevin Soßalla, Pietro Di Maggio, Tufan Memili, Esther Tutz, Pascal Gerber.

Dirk Jochmann

Neun Stunden lang übernahmen die Azubis die volle Verantwortung - von 9 bis 18 Uhr hielten sie die Burger King-Filiale an der Gladbacher Straße am Laufen (v.l.): Linda Rosso, Serkan Tayar, Christine Schneider, Kai Bollessen, Kevin Soßalla, Pietro Di Maggio, Tufan Memili, Esther Tutz, Pascal Gerber.

Krefeld. Kreativität ist bei der Zubereitung eines Whoppers nicht gefragt, eigentlich sogar untersagt: Sein Gewicht hat zwischen 262 und 290 Gramm zu liegen und seine Temperatur soll 74 Grad betragen. Die Menge der einzelnen Zutaten und die Länge der Grillzeit sind in den Richtlinien von Burger King daher genau festgelegt: und zwar gramm- beziehungsweise sekundengenau.

Trotz dieser exakten Vorgaben dauert es zwei, drei Tage bis man es kann. „Man muss erst ein Gefühl dafür entwickeln“, erklärt Linda Rosso, Auszubildende zur Systemgastronomin. „Neulinge machen das deshalb am Anfang mit einer Waage.“ Die braucht Rosso nicht mehr; sie ist im dritten Lehrjahr und hat es daher im Gefühl, wie man 21 Gramm Kopfsalat oder 14 Gramm Ketchup portioniert.

Trotz ihrer Routine ist sie heute ein wenig nervös. Das liegt daran, dass sie ein grünes T-Shirt trägt – grünes Shirt bedeutet Schichtführerin. Eine Position, die für Auszubildende normalerweise unerreichbar ist. Aber heute gelten in der Filiale an der Gladbacher Straße andere Regeln: Neun Auszubildende haben den Laden übernommen. Sie sind aus verschiedenen Filialen in Nordrhein-Westfalen angereist und führen das Fast-Food-Restaurant für einen Tag in Eigenregie.

Arbeitsteilung zwischen den Grünen und den Orangenen

Murat Elidar, der eigentliche Restaurant-Manager, hält sich bewusst zurück: „Ich will heute nicht eingreifen. Musste ich bisher auch noch nicht. Die machen das top!“ Allerdings, räumt er ein, stehe die Rushhour noch bevor: „Und wenn dann ein unerwartetes Problem auftaucht, ein defektes Gerät oder ein Engpass bei den Produkten, können die vielleicht nicht schnell genug reagieren.“

Linda Rosso ist zuversichtlich – sie vertraut auf ihr Team. Neben ihr gibt es noch zwei weitere „Grüne“, beide ebenfalls im dritten Lehrjahr und beim Planspiel wie sie selbst als Schichtführer tätig. Die sechs anderen Azubis sind im ersten oder zweiten Lehrjahr und tragen orangefarbene T-Shirts – sie arbeiten in der Küche oder an der Kasse. Sie bereiten also die Burger zu und verkaufen sie den Kunden; Rosso und die anderen beiden Schichtführer kontrollieren vor allem die Abläufe.

Kontrolle ist in der Systemgastronomie ein wichtiger Aspekt – schließlich ist alles standardisiert. Nicht nur die Zubereitung, sondern auch die Lagerung und der Verkauf: In der Küche dürfen fertige Fritten maximal sieben Minuten warmgehalten werden, danach werden sie weggeschmissen. Und hinter der Kasse werden um Punkt elf Uhr die Werbebanner gewechselt: Die Frühstückskarte wird abgehängt und die Tageskarte aufgehängt. Auf der wird dann auch der Whopper angepriesen.

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