Das wichtige Beweismittel ist schon in Krefeld. Der mutmaßliche Täter Fred Wittig ist sofort angeklagt worden.

Krefeld. Die Leiche des Oppumer Autohändlers Askin U. († 27) ist in der Türkei exhumiert worden. Wie die ermittelnde Staatsanwältin Beate Doege gegenüber der WZ bestätigte, ist bei der anschließenden Untersuchung des Körpers das im Schädel vermutete Projektil gefunden worden. Beamte der Krefelder Mordkommission, die der Exhumierung am Dienstag beiwohnten, haben das wichtige Beweismittel bereits mit nach Deutschland gebracht.

Der mutmaßliche Mörder Fred W. (45), der den Autohändler am 19. Mai in dessen Büro an der Ennsstraße getötet haben soll und im Juli auf Mallorca festgenommen werden konnte, ist sofort angeklagt worden, nachdem das Projektil im Körper des Opfers gefunden werden konnte. Der Vorwurf lautet auf Mord. Er wird sich aber auch für vier Banküberfälle in Wuppertal und Schleswig-Holstein verantworten müssen.

Anklage wegen eines zweiten Mordes in Belgien erst später

Wegen des Mordes an einem weiteren Autohändler im belgischen Schilde kann W. noch nicht angeklagt werden, da noch Unterlagen übersetzt werden müssen. Es sei aber eine Nachtragsanklage möglich, sagt Staatsanwältin Beate Doege. Damit könnten alle Vorwürfe in einem Prozess vor dem Krefelder Landgericht behandelt werden.

Die Exhumierung der Leiche war notwendig geworden, nachdem die Duisburger Gerichtsmediziner eine Panne einräumen mussten. Zunächst hieß es, Askin U. sei erschlagen worden. Er hatte eine blutende Wunde am Kopf, außerdem eine verletzte Arterie im Gehirn. Deshalb war man davon ausgegangen, dass durch den Schlag eine krankhafte Ausbeulung der Hirnarterie geplatzt war.

Feingewebliche Untersuchungen zeigten jedoch: Knochensplitter waren die Ursache. Doch die konnten nur durch einen Schuss ins Gehirn gelangt sein, in dem allerdings kein Projektil gefunden worden war. Am Tatort war allerdings eine Patronenhülse gefunden worden war, die bis dahin nicht zugeordnet werden konnte.

Das im exhumierten Leichnam gefundene Projektil muss nun untersucht werden, um festzustellen, ob es aus der Waffe Wittigs abgeschossen worden ist. Es gilt als wichtiges Beweismittel bei der Mordanklage gegen den 45-Jährigen.

Einzelheiten über die Untersuchung des freigelegten Körpers wollen die Ermittler in der kommenden Woche mitteilen.

Diese passte letztlich zu einer Waffe, die im Fluchtwagen W.s am Dortmunder Flughafen lag - neben einem selbstgebastelten Schalldämpfer, an dem sich Speichelspuren des Opfers fanden. Ermittler und Ärzte kombinierten: Offenbar war der Schalldämpfer in den Mund gehalten und dann geschossen worden - eine Hinrichtung. Ungewöhnlicherweise hatten sie weder im Bereich der Lippen, noch des Mund- und Rachenraumes Spuren entdecken können.

Fred W. streitet den Mord ab und will nur am Tatort gewesen sein, um für den - ihm namentlich nicht bekannten - Haupttäter Schmiere zu stehen. Dass sich seine DNA-Spuren am Tatort befanden, begründet der 45-Jährige damit, dass er einen Knall gehört und dann ins Büro des Autohändlers gelaufen sei. Dort habe er den mit Handschellen gefesselten Askin U. blutüberströmt entdeckt und auch angefasst. Diese Geschichte nimmt ihm die Polizei allerdings nicht ab.

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