Am Dienstag geht der Prozess weiter. Fred W. beharrt darauf, Schmiere gestanden zu haben.

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Der Angeklagte Fred W. vor Gericht.

Der Angeklagte Fred W. vor Gericht.

Dirk Jochmann

Der Angeklagte Fred W. vor Gericht.

Krefeld. Fred W. ist zunehmend genervt. Für die Fragen des Vorsitzenden Richters findet er immer weniger Verständnis. Und es sind sehr viele Fragen, die Herbert Luczak an den mutmaßlichen Mörder des Oppumer Autohändlers Askin U. hat. Der 45-Jährige reagiert dann manchmal mit Antworten wie "Das habe ich Ihnen doch schon dreimal erklärt" oder einem Schweigen und Kopfschütteln. Doch Luczak lässt sich nicht beirren, muss die zweite Strafkammer des Landgerichts doch möglicherweise darüber entscheiden, ob sie Fred W. lebenslänglich hinter Gitter schickt.

Am Dienstag geht der Prozess weiter, am vergangenen Verhandlungstag ging es vor allem um das, was am 19. Mai im Büro des Autohandels Top-Cars an der Ennsstraße passierte. Fred W. beharrt darauf, dass nicht er es war, der U. niederschlug, mit Handschellen fesselte und in den Hinterkopf schoss. Er verweist weiter auf "Paul", den ominösen Niederländer türkischer Abstammung, dessen Identität er nicht verraten will, weil er um das Leben seiner Familie fürchtet. Er habe Schmiere gestanden - dafür sollte es einen Lohn von 2000 bis 3000 Euro geben -, bis er einen Schuss hörte und im Büro nachschaute.

In seinem Wagen, den Fred W. bei seiner Flucht am Dortmunder Flughafen stehen ließ, hatte die Polizei den Laptop des Opfers gefunden mitsamt der Tatwaffe - einer Automatik-Pistole Kaliber 7.65 - und einem selbstgebastelten Schalldämpfer. Der 45-Jährige erklärte, er habe die - von ihm einst im Hamburg illegal gekaufte und später an "Paul" weitergegebene - Pistole neben dem Opfer gefunden. Der Schalldämpfer habe in der Laptop-Tasche gelegen, nicht neben U. Laut Landeskriminalamt muss dieser aber verwendet worden sein.

Denn an dem Schalldämpfer, einem Konstrukt aus einer Plastikflasche, Schaumstoff und Klebeband, fanden sich DNA-Spuren des Opfers. Und am Klebeband auch von W. Er hatte zudem DNA-Spuren an den Handschellen hinterlassen. "Ich habe U. angefasst, um zu schauen, ob er noch lebt", so der Angeklagte.

Er sei davon ausgegangen, dass der 27-Jährige nur bewusstlos war, als er aus dem Büro lief und die Tür abschließ. "Ein Reflex", so W. "Sie schließen ab, obwohl sie davon ausgehen, dass der Mann noch lebt?", fragt Luczak ungläubig angesichts der Darstellung, dass der 45-Jährige nicht selbst geschossen haben will.

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