Initiative von Jürgen Franck sucht Investoren, die Werkstätten an der Gartenstraße kaufen.

Jürgen Franck in einer Werkstatt des Gewerkehauses an der Gartenstraße. Das möchte die Initiative nutzen, um weiter arbeiten zu können. Archiv: Kurt Lübke
Jürgen Franck in einer Werkstatt des Gewerkehauses an der Gartenstraße. Das möchte die Initiative nutzen, um weiter arbeiten zu können. Archiv: Kurt Lübke

Jürgen Franck in einer Werkstatt des Gewerkehauses an der Gartenstraße. Das möchte die Initiative nutzen, um weiter arbeiten zu können. Archiv: Kurt Lübke

Lübke, Kurt (kul)

Jürgen Franck in einer Werkstatt des Gewerkehauses an der Gartenstraße. Das möchte die Initiative nutzen, um weiter arbeiten zu können. Archiv: Kurt Lübke

Krefeld. Jürgen Franck sucht Unterstützer für sein Vorhaben: Der Sozialarbeiter und Kommunikationstrainer will mit seinem Verein Ergonum das Gewerkehaus an der Gartenstraße nutzen und gleichzeitig eine Lösung für den Theaterplatz anbieten. In den Werkstätten im Gewerkehaus geben er und seine Freunde seit 2007 Menschen wieder eine Perspektive, die wegen Drogensucht, psychischer Probleme oder Obdachlosigkeit keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Da der bisherige Eigentümer die Immobilie verkaufen will, sucht Franck vier bis fünf finanzstarke Krefelder, um sein Projekt zu retten.

Wert der Immobilie wird durch eigene Sanierung gesteigert

„Bei diesem Modell sind alle Gewinner“, sagt der Sozialarbeiter und Kommunikationstrainer. Das Haus werde von Investoren gekauft und treuhänderisch verwaltet, die Handwerker-Initiative renoviert es in den kommenden zwei Jahren, baut dort drei Einliegerwohnungen und steigere damit den Wert der Immobilie. Nur dass die Handwerker-Initiative kein herkömmliches Kollektiv ist.

Dieses Kollektiv setzt sich zusammen aus Handwerkern, Künstlern und Sozialarbeitern, die „Verlierern der Gesellschaft“ Betätigungsmöglichkeiten anbieten will. „200 Leute haben allein in den vergangenen zwei Jahren bei uns mitgearbeitet, einige haben sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbstständig gemacht“, erzählt Franck. Mehr als einmal hat er erlebt: Wer ehrliche Unterstützung erfährt und sein Selbstwertgefühl wieder aufbauen kann, schafft auch den Absprung von der Platte.

Als Konkurrenz zum Café Pause der Caritas oder den Streetworkern versteht sich Franck nicht. Vielmehr als eine weitere Unterstützung der Suchtkranken. Um sich legal Geld verdienen zu können, um beispielsweise ein Bußgeld oder eine Geldstrafe zahlen zu können. Oder als fester Ankerpunkt, wenn Abhängige nach der Entgiftung zunächst monatelang auf den so wichtigen Therapieplatz warten müssen. „Ohne Bezugsperson sind diejenigen ansonsten schnell wieder in der vertrauten Szene.“

Francks Modell geht weiter. Er setzt sich dafür ein, dass die Betroffenen nach der Entgiftung sofort in die sogenannte Arbeitstherapie im Gewerkehaus wechseln und so den Absprung aus ihrem alten Leben schaffen können. Sie renovieren unter Anleitung und für kleines Entgelt das Gebäude und bewirtschaften es auch. Die zu verbauenden Materialien stellen die Investoren. „Die Kosten für das gesamte Modell müssen durch die Arbeit in den eigenen Werkstätten gedeckt werden“, sagt Franck.

Simone Roemer, Vorsitzende des CDU-Stadtbezirksverbandes Krefeld-Mitte, ist von Francks Initiative begeistert. Sie kennt das Projekt seit Jahren und will es auch weiterhin tatkräftig unterstützen. Sie hofft auf engagierte Krefelder Unternehmer, die in das Sozialprojekt investieren.

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