Im April 2011 stimmte der Rat dem Ausbau der A 57 mit Standard-Lärmschutz zu. Zuvor hatte der Bund gedroht, den Standstreifen für Lastwagen freizugeben.

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Ilka Jaroch

Krefeld. Michael Heinze war nach Krefeld gekommen, um Klartext zu reden. „Nehmen Sie das Wort Tunnel besser nicht mehr in den Mund“, forderte der Leitende Ministerialrat aus dem NRW-Verkehrsministerium die Mitglieder des Planungsausschusses auf. „Beim Ausbau der A 57 wird es keinen Tunnel geben, und das sollten die Krefelder wissen.“

Und Heinze legte nach. „Berlin will, dass der Verkehr auf der A 57 fließt. Wenn Krefeld den sechsspurigen Ausbau ohne Tunnel nicht akzeptiert, drängt der Bund uns, den Standstreifen für Lkw nutzbar zu machen.“

Mindestens 700 Millionen Euro hätte die Krefelder Lösung gekostet

Der Auftritt zeigte Wirkung: Wenige Tage später, am 12. April 2011, entschied der Stadtrat, sich von der Forderung nach einem Tunnel zu verabschieden. Damit gaben die Kommunalpolitiker einen jahrelangen Kampf auf, den sie von Anfang an nicht gewinnen konnten. Mindestens 700 Millionen Euro hätte der A 57-Ausbau auf Krefelder Stadtgebiet mit Tunnel gekostet. Der Bund will für dieses knapp zehn Kilometer lange Teilstück aber nur 152 Millionen Euro ausgeben.

„Für uns war die Ratsentscheidung sehr wichtig“, sagt Joachim van Bebber von Straßen NRW. Er ist mit Michael Kaufmann bei der Planungsbehörde für den Ausbau der Autobahn zuständig. „Seitdem wissen wir, woran wir sind“, meinen beide.

Ihr Konzept sieht vor, von Süden nach Norden zu arbeiten. Das heißt: Der Ausbau beginnt 2015 mit dem Abschnitt vom Autobahnkreuz Meerbusch bis Oppum. Für dieses 3,7 Kilometer lange Teilstück rechnen die Planer mit drei Jahren Bauzeit. Parallel investiert der Bund 24 Millionen Euro in den Ausbau der Raststätte Geismühle östlich der A 57. Die Zahl der Stellplätze wird sich dabei mehr als verdoppeln: Künftig gibt es 154 für Lkw und etwa 200 für Pkw.

„Die Mühle wird nach dem Ausbau besser zu sehen sein als heute“

Befürchtungen, die Geismühle westlich der A 57 werde für Autofahrer in Richtung Köln nicht mehr erkennbar sein, widerspricht van Bebber. „Weil wird einen Teil der Straßenbepflanzung für den Ausbau wegnehmen müssen, wird die Mühle nach dem Ausbau besser zu sehen sein als heute“, so der Planer.

Mit dem zweiten Bauabschnitt (Oppum bis Gartenstadt) soll es 2018 los gehen. Straßen NRW rechnet damit, dass der Ausbau dieser 6,5 Kilometer mindestens sechs Jahre in Anspruch nimmt. „Das ist wegen der vielen Brücken das schwierigste Stück auf dem Weg von Meerbusch bis Kamp-Lintfort“, sagt van Bebber. Den besseren Lärmschutz soll es wo immer möglich schon vor dem Ausbau geben. Im Abstand von nicht mehr als 400 Metern wohnen rund 11 000 Krefelder entlang der A 57. Besonders viele sind es im Bereich zwischen Gartenstadt und Zentrum.

Nach 2023 kümmert sich Straßen NRW um das Stück bis Kamp-Lintfort. 2030, also 15 Jahre nach Baubeginn, könnte die sechsspurige A 57 fertig sein.

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