Flavia D’Aquino und Irini Belu bieten ab Ende nächster Woche in ihrem Café Angolo italienische Speisen an.

Flavia D’Aquino und Irini Belu bieten ab Ende nächster Woche in ihrem Café Angolo italienische Speisen an.
Irini Belu (l.) und Flavia D’Aquino (r.) eröffnen im ehemaligen Zócalo an der Angerhausenstraße Ende nächster Woche ihr italienisches Café Angolo, was übersetzt Ecke bedeutet.

Irini Belu (l.) und Flavia D’Aquino (r.) eröffnen im ehemaligen Zócalo an der Angerhausenstraße Ende nächster Woche ihr italienisches Café Angolo, was übersetzt Ecke bedeutet.

Andreas Bischof

Irini Belu (l.) und Flavia D’Aquino (r.) eröffnen im ehemaligen Zócalo an der Angerhausenstraße Ende nächster Woche ihr italienisches Café Angolo, was übersetzt Ecke bedeutet.

Krefeld. Flavia D’Aquino und Irini Belu haben sich in das Eck-Lokal an der Angerhausenstraße direkt verliebt, nach ihren Worten. „Es hat auf uns gewartet“, sagen beide. In den ehemaligen Räumen der Bogie Coffee-Bar und des späteren Zócalo eröffnen sie Donnerstag in einer Woche gemeinsam ihr italienisches Café. Das trägt passend zu der Örtlichkeit den Namen Angolo, was im Italienischen eben Ecke bedeutet.

„Wir wollen das schönste, netteste Café um die Ecke sein“, sagt Flavia D’Aquino - und bei dem Standort auf der Angerhausenstraße dennoch mittendrin. Eher durch einen Zufall haben sie von dem leerstehenden Ladenlokal gehört. Das sei ideal für ihren Traum von einem gemeinsamen italienischen Café.

Beide kommen aus der Branche und haben viele Jahre bei einer namhaften italienischen Trattoria in den Düsseldorfer Schadow-Arkaden und nach deren Umzug im Kö-Bogen gearbeitet. Irini Belu als Oberkellnerin im Restaurant. Flavia D’Aquino hat die dazugehörige Konditorei geleitet. Was sie nicht erwähnt, dass ihr Mann Mario Teilhaber und Geschäftsleiter dort ist.

Deshalb wird es im Angolo künftig auch feinste süditalienische, selbst gebackene Kuchen und Gebäck geben. „Wir sind außerdem wahre Kaffee-Anbeterinnen“, erzählen sie charmant. Das erste, was die 45-jährige Griechin und die 41-jährige Italienerin morgens trinken, sei ein toller Café. Den wird es zukünftig im Angolo von morgens 10 bis abends 22 Uhr geben. Bei schönem Wetter auch in der dazugehörigen 70 Quadratmeter großen Außengastronomie, auf dem kleinen Platz an der Mennoniten-Kirch-Straße.

„Die Speisekarte ist klein, aber fein“, betont Flavia D’Aquino. Drei Sorten hausgemachte Pasta sowie die gesamte Palette an italienischen Vorspeisen wollen die beiden Gastronominnen täglich ab Mittag anbieten, außer sonntags. Da ist Ruhetag. Morgens wird es außerdem ein ausgiebiges Frühstück mit frischem Brot, Obst, Joghurt, Aufschnitt, Käse, Speck, Eiern und Getränken geben. Nachmittags kommt Süßes in die Glasvitrine.

Nachkriegszeit In dem Gebäude Hausnummer 11 waren in den 1960er-Jahren ein Tierhandel sowie später über Jahrzehnte eine Galerie mit Antiquitäten untergebracht.

Modernisierung Die Immobilienfirma von Paul Köser kaufte einige Häuser auf, modernisierte sie und gab der Angerhausenstraße damit eine modernere, attraktive Anmutung.

Bogie Das alte Eck-Gebäude wurde entkernt, die Zwischendecke herausgerissen und die Berliner Architektengruppe B Vier mit dem Innenausbau beauftragt. 2002 entstand somit eine moderne, minimalistische Café-Bar, die bei den Krefeldern wegen der spartanischen Möblierung, den Estrichflächen und der raumhohen Glasfassfassade rasch den Spitznamen „Aquarium“ weghatte. Zehn Jahre lang führte Annette Peters das Bogie. Ende 2012 gab sie den Treff von Designfans und Liebhabern saisonaler und moderner Küche auf.

Zócalo Im März 2013 eröffneten Oliver Beuthner und Peter Heymanns in dem Gebäude das Zócalo mit einem spanischen Konzept. Nach dem Tod von Peter Heymanns schloss Oliver Beuthner im vergangenen Februar das Lokal. Es stand nur wenige Wochen leer.

Die extra für diesen Raum 2002 entworfene Theke aus dünnwandigen, faserverstärktem Beton ist erhalten geblieben, ebenso wie die Bar dahinter. Neu sind das Farbkonzept und die Möblierung. Italienischer Stil und damit einhergehende Lebenslust sollen die gelb und grau gestrichenen Wände vermitteln. „Das ist eleganter.“ Schwarze neue Ledermöbel sollen mehr Gemütlichkeit und Platz bieten. Ein Hingucker an den hohen Wänden versprechen die schwarz-weiß Fotografien von Herbert List zu werden. Der 1903 in Hamburg geborene und 1975 in München gestorbene Fotograf reiste in den 40- und 50er-Jahren unter anderem nach Italien und machte dort zahlreiche Aufnahmen. Die gelten inzwischen als moderne Klassiker.

Flavia D’Aquino und Irini Belu freuen sich auf die Eröffnung Ende nächster Woche, auch wenn bis dahin noch viel zu tun ist. Dass sie es ernst mit ihrem Café an der Ecke und dem Standort Krefeld meinen, zeigt die Dauer des Mietvertrages. Den haben sie für zehn Jahre abgeschlossen. Wieso? „Gastronomie kann ein Sklavenjob sein, aber wenn man mit dem Herzen dabei ist, ist es eine Berufung.“

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