Am Montag begann der Prozess gegen eine Dealerbande vor dem Krefelder Landgericht.

Krefeld. Sicherheitskontrollen bei allen Zuhörern vor dem Sitzungssaal 157 am Landgericht. Dort verhandelt seit Montag die 1. Große Strafkammer gegen Angeklagte im Alter von 21 bis 39 Jahren. Sie werden wegen diverser Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.

Sechs Männer stammen aus der Türkei und wohnen in Krefeld, die Angeklagte Monika S. kommt aus Polen und Zafer Y. aus den Niederlanden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Kokain-Dealer-Bande vor, zwischen Januar und Juni 2008 in 17 Fällen mit Betäubungsmitteln in großem Stil unerlaubt Handel getrieben zu haben, insgesamt etwa drei Kilogramm im Wert von 300. 000 Euro - eine Konsumeinheit von etwa 0,5 Gramm zum Einheitspreis von 50 Euro.

Ein Großteil der Abnehmer sollen Prostituierte in verschiedenen Saunaclubs und Eros-Centern in Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und am Niederrhein gewesen sein. Für ihr Geschäft sollen die Angeklagten Kuriere eingesetzt, mittels SMS über ein Arbeitshandy logistische Absprachen getroffen und Depotwohnungen, etwa auf der Viktoriastraße, für die Lagerung und Auslieferung der Drogen angemietet haben.

Einzelne Mitglieder seien für die Kassenverwaltung, Gewinnabrechnung und Beschaffung von Leasing-Fahrzeugen zuständig gewesen. Als die Polizei zugriff, wurden 10.000 Euro Dealgeld sicher gestellt, die laut Anklage dem Verfall unterliegen und der Staatskasse zugeführt werden sollen.

Einer der Angeklagten habe darüber hinaus eine junge Frau zur Prostitution gezwungen, dabei 23.500 Euro als Schutzgeld kassiert und der Frau nur 7000 Euro gelassen.

Sämtliche Angeklagten wollten sich am ersten Verhandlungstag nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Die Rüge eines Verteidigers über die seiner Meinung nach nicht ordnungsgemäße Gerichtsbesetzung wurde als unbegründet abgelehnt.

Am nächsten Verhandlungstag, Donnerstag 15. Januar, ist der Leiter der polizeilichen Ermittlungskommission als Zeuge geladen.

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