2018 wird die Markuskirche in Fischeln 60. Deshalb gibt es einige besondere Termine in dem Gotteshaus mit baulichen Herausforderungen, die 1958 nicht zu erahnen waren.

2018 wird die Markuskirche in Fischeln 60. Deshalb gibt es einige besondere Termine in dem Gotteshaus mit baulichen Herausforderungen, die 1958 nicht zu erahnen waren.
Der Posaunenchor fror sich bei der Grundsteinlegung im Jahr 1958 fast die Finger ab (oben). Der Neubau des Gotteshauses, das im Dezember 1958 in Dienst gestellt wurde, das Küsterhaus und der Turm mit „Alleinstellungsmerkmal“, dessen Glocken seit 2007 nicht mehr läuten. Rechts: die Gemeinderäume in den 1960er-Jahren.

Der Posaunenchor fror sich bei der Grundsteinlegung im Jahr 1958 fast die Finger ab (oben). Der Neubau des Gotteshauses, das im Dezember 1958 in Dienst gestellt wurde, das Küsterhaus und der Turm mit „Alleinstellungsmerkmal“, dessen Glocken seit 2007 nicht mehr läuten. Rechts: die Gemeinderäume in den 1960er-Jahren.

Der Posaunenchor fror sich bei der Grundsteinlegung im Jahr 1958 fast die Finger ab (oben). Der Neubau des Gotteshauses, das im Dezember 1958 in Dienst gestellt wurde, das Küsterhaus und der Turm mit „Alleinstellungsmerkmal“, dessen Glocken seit 2007 nicht mehr läuten. Rechts: die Gemeinderäume in den 1960er-Jahren.

Der Posaunenchor fror sich bei der Grundsteinlegung im Jahr 1958 fast die Finger ab (oben). Der Neubau des Gotteshauses, das im Dezember 1958 in Dienst gestellt wurde, das Küsterhaus und der Turm mit „Alleinstellungsmerkmal“, dessen Glocken seit 2007 nicht mehr läuten. Rechts: die Gemeinderäume in den 1960er-Jahren.

Markuskirche, Bild 1 von 3

Der Posaunenchor fror sich bei der Grundsteinlegung im Jahr 1958 fast die Finger ab (oben). Der Neubau des Gotteshauses, das im Dezember 1958 in Dienst gestellt wurde, das Küsterhaus und der Turm mit „Alleinstellungsmerkmal“, dessen Glocken seit 2007 nicht mehr läuten. Rechts: die Gemeinderäume in den 1960er-Jahren.

Fischeln. „Es war bitterkalt, und ein eisiger Wind wehte, als sich die Glieder der Evangelischen Kirchengemeinde am letzten Sonntag zwischen den Erdhügeln und Holzverschalungen auf dem Bauplatz an der Kölner Straße zusammenfanden. Indessen versuchte der Posaunenchor des CVJM, mit klammen Fingern eine Intrade zu intonieren und alle an der Stelle zusammenzurufen, wo später der Ort sein wird, an dem Kanzel und Altar stehen werden.“

Mit diesen Zeilen wurde die Grundsteinlegung der Markuskirche an der Kölner Straße am 26. Januar 1958 in der Zeitung festgehalten. In dem Artikel, den die Markuskirchengemeinde archiviert hat, ist zu lesen, dass die Menschen „in hellen Scharen“ zur Feier erschienen seien. Wolfgang Elfrath, seit 1955 der Pfarrer vor Ort, hatte schon den ersten Spatenstich am 17. November 1957 seinem Kollegen Pastor Paul Engels überlassen, da er „an den Vorarbeiten sehr wesentlich beteiligt war“. Und Engels war gerührt, dass ihn die Fischelner Gemeinde nicht vergessen hatte. Aber bei der Grundsteinlegung zwei Monate später sollte es nicht so einfach werden.

Pfarrer wollte kein „fremdes Werkzeug“ für die Segenswünsche

Nachdem der Architekt Rudolf Esch die Urkunde verlesen hatte, wurde sie zusammen mit den Plänen des Kirchenbaues in einer Metallhülle an der Rückwand zum Altar eingemauert.Vielleicht war es dann ein schlechtes Omen für den Bau, der am 12. Dezember 1958 in Dienst genommen werden sollte, dass zwar Präses Pastor Theodor Horning, Pfarrer Elfrath und Presbyter des Bezirks bei der Grundsteinlegung den Hammer in die Hand nahmen, um Segenswünsche für den Bau auszusprechen, sich Pfarrer Engels aber weigerte. Er wolle nach dem Spaten nicht noch ein zweites fremdes Werkzeug benutzen, soll er damals gesagt haben.

Engels zog wohl stattdessen einen Beutel aus der Tasche mit dem Geld, das er für den Fischelner Kirchbau in seinem Gottesdienst in der Lutherkirche, seiner neuen Wirkungsstätte, und im Krankenhaus gesammelt hatte. Er „tat seinen Hammerschlag mit diesem Beutel“, schreibt der Zeitungsreporter im Jahr 1957. Und dass dieses Geld dem Turm der Markuskirche zu Gute kommen solle.

Es ist der Turm, in dem die drei Glocken „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“ seit 2007 nicht mehr erklingen, sondern nur ein Läutwerk. Bei dem Bau des Turms aus vier Betonsäulen mit Querstreben, der einige Schritte vor der Kirche frei auf einer Rasenfläche steht, hatte man nicht damit gerechnet, dass die Kölner Straße einmal eine so viel befahrene Trasse werden würde. Nach dem Sturm Kyrill im Januar 2007 war auch dieser Riese wie alle Kirchtürme statisch untersucht worden. Und die Experten stellten fest: Es ist alles stabil, solange nur die drei Glocken den Turm nicht zum Schwingen bringen.

Es ist eine verzwickte Geschichte. Auch alle weiteren Untersuchungen durch Spezialisten in den vergangenen Jahren zeigten, dass noch immer alles in Ordnung ist. Nur wenn das nicht mehr der Fall wäre und die Stabilität zu wünschen übrig ließe, gäbe es für die Verantwortlichen genug Grundlage, um mit den Erben des Architekten Rudolf Esch, an die auch dessen Urheberrecht vererbt wurde, über Veränderungen zu verhandeln und den Turm entweder beispielsweise durch eine zusätzliche Stahlkonstruktion abzustützen oder nach dem jetzigen Vorbild neu zu bauen.

Pfiffige Lösung für sanierungsbedürftige Hauptpforte

Geld für alle Fälle ist bereits in der Gemeinde gesammelt worden. Das fiel dem heutigen Pfarrer Marc-Albrecht Harms und seinen Mitstreitern gar nicht schwer. Denn eine der häufigsten Fragen, die Harms, der seit 2009 die Geschicke der Gemeinde mitlenkt, bei Hausbesuchen gestellt werden, ist: „Wann läuten die Glocken der Markuskirche wieder?“ Dazu sagt er immer wieder gerne, dass er das noch in seiner Amtszeit erleben möchte: „Diese Hoffnung habe ich nicht aufgegeben. Ich habe ja noch so 20 Jahre vor mir.“

Einem weiteren baulichen Dauerthema, nämlich der immer wieder restaurierungsbedürftigen Haupteingangstür der Markuskirche, sind die Fischelner Protestanten auf pfiffige Art und Weise begegnet. Die Hauptpforte am seit 1998 denkmalgeschützten Gotteshaus mit dem vom Künstler Frère Marc aus Taizé in farbigem Betonglas gestalteten Beginn des Markusevangeliums „Bereitet dem Herrn den Weg“ hielt Wind und Wetter nur schwer stand. In den Jahren 2011 bis 2012 wurde das Praktische mit den Notwendigen vereint und ein ein überdachter Verbindungsgang zwischen der Kirche und dem ehemaligen Küsterhaus, das bereits bei Bauarbeiten zwischen 2005 und 2007 in eine barrierefreie Toilette umgewandelt worden war, geschaffen.

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