Experten befürchten für 2013 Probleme. Die Region schneidet bei der Zahl der Beschäftigten schlecht ab.

Arbeitsmarkt
Im produzierenden Gewerbe gehen nach und nach qualifizierte Jobs verloren. Archiv

Im produzierenden Gewerbe gehen nach und nach qualifizierte Jobs verloren. Archiv

Im produzierenden Gewerbe gehen nach und nach qualifizierte Jobs verloren. Archiv

Im Dienstleistungssektor (hier ein Callcenter) entstehen neue Arbeitsplätze, allerdings sind die Löhne oft gering. A rchiv

Dirk Jochmann, Bild 1 von 3

Im produzierenden Gewerbe gehen nach und nach qualifizierte Jobs verloren. Archiv

Krefeld. „Rekordzahl bei der Zahl der Beschäftigten“ hat die WZ Donnerstag gemeldet. Davon kann jedoch in Krefeld keine Rede sein. Zwar geht es seit 2011 wieder aufwärts, doch Krefeld liegt deutlich unter den Zahlen von NRW, Rheinland und sogar dem Ruhrgebiet, wenn man die Entwicklung der letzten fünf Jahre betrachtet (siehe Grafik). Eine richtige Erklärung haben die Experten dafür nicht.

Industrie-Arbeitsplätze gehen nach und nach verloren

Die Chefs von Arbeitsagentur, Unternehmerschaft und DGB, Ingo Zielonkowsky, Hartmut Schmitz und Ralf Köpke, haben Donnerstag gemeinsam den Arbeitsmarktbericht 2012 vorgestellt. Doch dieser Unterschied hat auch sie überrascht.

Zielonkowsky und Schmitz vermuten, dass die Zahlen anders aussähen, wenn man einen größeren Zeitraum zugrunde legen würde, da der Strukturwandel im Ruhrgebiet schon weiter vorangeschritten ist.

Köpke betont, dass es nicht an einem wirtschaftsfeindlichen Klima oder der Arbeit der Wirtschaftsförderung liegen könne: „Das hat sich sehr positiv entwickelt.“ Er vermutet, dass es der sukzessive Abbau von Industrie-Arbeitsplätzen ist, der durch den Dienstleistungssektor weder zahlenmäßig noch qualitativ aufgefangen werden könne. Dies spiegele sich auch in der Lohnentwicklung wider. Der Trend gehe seit zehn Jahren nach unten.

Auch wenn das Jahr 2012 durch eine „abnehmende Dynamik“ geprägt war – sprich: Arbeitssuchende konnten nicht so schnell vermittelt werden wie in den Jahren zuvor – gab es Branchen, in denen die Zahl der Beschäftigten gewachsen ist. Als Beispiele nennt Zielonkowsky den Gesundheitssektor und die Gastronomie. Im verarbeitenden Gewerbe hingegen sähen die Zahlen längst nicht so gut aus.

Unternehmen haben aus der letzten Krise gelernt

Das ist auch der Grund, warum die Experten für das neue Jahr eher skeptisch sind und einen Anstieg der Kurzarbeit voraussagen. Zielonkowsky sieht dies als geeignetes Mittel, um eine mögliche Krise in den Griff zu bekommen. Andererseits sieht er aber auch die positiven Entwicklungen durch Neuansiedlungen oder Erweiterungen von Firmen.

Schmitz erinnert daran, dass man sich auf einem hohen Niveau bewege und spricht mit Blick auf mögliche Kurzarbeit von einer „Seitwärtsbewegung“. Die Unternehmen hätten aus der letzten Krise gelernt, dass es sich lohne, die Mitarbeiter zu halten. Auch Köpke sieht vor allem in den Bereichen Metall, Elektro und Stahl mehr Kurzarbeit auf die Krefelder zukommen. Das sei das richtige Mittel.

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