Die Krefelder Johannes und Tanja Dahms eröffnen einen Laden für Möbel mit dem Used-Look.

Tanja Dahms bearbeitet in der Werkstatt einen Beistelltisch.
Tanja Dahms bearbeitet in der Werkstatt einen Beistelltisch.

Tanja Dahms bearbeitet in der Werkstatt einen Beistelltisch.

Johannes Dahms mit einem indonesischen Couchtisch, der aus angeschwemmtem Holz gefertigt wurde. Er hat die Form eines kleinen Bootes.

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Tanja Dahms bearbeitet in der Werkstatt einen Beistelltisch.

Krefeld. Schäbig ist am Shabby Chic allein das Wort. Übersetzt bedeutet dieser Einrichtungsstil „schäbiger Schick“. Allein der Anblick der Naturmaterialien und matt-zarten Pastellfarben weckt Urlaubsgefühle.

Johannes Dahms ist Spezialist für individuelle Möbel im „Used-Look“. Erst im vergangenen Oktober eröffnete er seinen Möbelladen in einem Hinterhof im Inrath. „Das Geschäft platzte bald aus allen Nähten“, sagt der 27-Jährige. Johannes Dahms und seine Frau Tanja nutzen den Hype um den nostalgischen Romantiklook und vergrößern ihre Fläche von 130 auf über 400 Quadratmeter. Ab dem 1. März ist ihr Möbelladen an der Philadelphiastraße 171, in den ehemaligen Räumen einer Autoreparaturwerkstatt, zu finden. Auf zwei Etagen gibt es genug Raum, um all die Kommoden, Sideboards, Schränke, Küchenzeilen, Sitzmöbel und Tische zu präsentieren.

„Die Übergänge sind fließend – Vintage ist etwas rustikaler als Shabby Chic.“

Johannes Dahms eröffnet einen neuen Möbelladen

Seit Anfang Februar laufen die Renovierungsarbeiten. Es riecht nach frischer Farbe. Auf dem Boden hinter dem großen Schaufenster liegen Laminatdielen. Sie stammen aus einem Fotostudio und sind ein schönes Beispiel für den Wirtschaftskreislauf, den die Dahms aufrechterhalten möchten. „Upcycling“ heißt das Stichwort. Upcycling-Möbel sind anders als herkömmliche Inneneinrichtung, sie sind nachhaltig und haben Geschichte. Ein Möbel mit Vergangenheit ist sicher auch der indonesische Couchtisch aus angeschwemmtem Holz in Form eines kleinen Boots.

Um die Nachfrage nach Shabby Chic bedienen zu können, bietet Dahms auch Neuware an. Ob Flohmarkt oder Schnäppchen, nichts kommt von der Stange. Die Kommode mit den türkisfarbenen Lamellen ist ein Unikat und folgt dem ebenfalls angesagten Vintage- und Industrial-Look. „Die Übergänge sind fließend“, erklärt der Krefelder Jung-Unternehmer. „Vintage ist etwas rustikaler als Shabby Chic.“

In den aufgearbeiteten Produkten steckt eine Menge Kreativität und Handarbeit. Dabei ist Johannes Dahms gelernter Mediengestalter. Er hat in einem Fitnessstudio und für einen Tiefkühlkosthersteller gearbeitet und er trainiert die A-Jugend im Linner SV. Der Umgang mit Menschen macht ihm Spaß und Verkaufen ist genau sein Ding. „Obwohl mir die Berufsberatung nach dem Abi davon abgeraten hat“, erzählt er lachend.

Vormittags wird in der Werkstatt gearbeitet, nachmittags verkauft

Sein Laden fußt auf mehreren Säulen. Dahms bietet Umzüge, Transporte, Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen an. Nicht alle Möbel werden im Shabby Chic aufgehübscht. Einige wechseln ohne Make-Up für kleines Geld den Besitzer.

Leute, die nicht viel zahlen können, sollen sich schließlich auch individuell einrichten können, meint Dahms. Vormittags arbeitet er in der Werkstatt, nachmittags steht er im Laden und dann gibt es noch den Verkauf übers Internet. In seinem eigenen Online-Shop sind bislang nur 60 von rund 10 000 Möbelstücken gelistet. „Ich komme einfach nicht hinterher“, seufzt Dahms. Man sieht ihm dabei aber an, dass er sich über den Zwölf-Stunden-Tag freut.

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