Das Schlagerduo nimmt sein Publikum für zweieinhalb Stunden mit ins Paradies.

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Die Amigos, das sind die Brüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich (v.l.) aus dem hessischen Hungen, spielten im Seidenweberhaus auf.

Die Amigos, das sind die Brüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich (v.l.) aus dem hessischen Hungen, spielten im Seidenweberhaus auf.

Andreas Bischof

Die Amigos, das sind die Brüder Karl-Heinz und Bernd Ulrich (v.l.) aus dem hessischen Hungen, spielten im Seidenweberhaus auf.

Krefeld. Eigentlich unmöglich an einem Abend in zweieinhalb Stunden: Einen "Tag im Paradies" bringt das Duo "Amigos" auf seiner Tournee auf die Bühnen, zum ersten Mal auch im Krefelder Seidenweberhaus.

Das war gut besucht von Fans des Brüder-Gespanns aus dem hessischen Ort Hungen, das sich nach einem Auftritt im "Musikantenstadl" im Rentenalter in die Hitparaden gesungen hat.

Das Motto des Abends haben sie nach einem ihrer Lieder benannt, die inzwischen fünf Alben mit einer Auflage von 1,5 Millionen Stück füllen.

Von Krefeld aus sind die "Amigos" nach Bautzen gefahren, bis Jahresende sind weitere 44 Auftritte in ganz Deutschland und in Österreich auf dem Plan.

Einfache Melodien, durchgängige Rhythmen, schlichte Texte von Liebe, Freundschaft und Heimat, mit Orchestereinspielung in hoher Lautstärke auf das durchgängig nicht mehr junge Publikum geworfen - das ist offenbar das Geheimnis des Erfolgs der "Amigos", die viele im Saal als zwei von ihnen ansehen.

War doch der zwei Jahre ältere Bernd Ulrich neben seinen musikalischen Ausdauerübungen Kraftfahrer, der jüngere Karl-Heinz Ulrich Bierbrauer.

Für die Liedtexte gilt das Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot gilt auch für ihre Lieder, in "einer Sprache, die jeder versteht", wie der erste Video-Einspieler verspricht, dem noch etliche folgen, die das Privatleben der Musiker widerspiegeln und den heimischen Vogelsberg als eine Welt, "die noch in Ordnung ist", darstellen.

Den hessischen Akzent wollen die "Amigos" deshalb gar nicht verleugnen, das gerollte "r" wird gepflegt. Der grell strahlende zwölfteilige Bühnenhintergrund mit großflächigen Lichteffekten steht bewusst im Kontrast zur biederen Volksmusik.

Alle Lieder haben die Ulrich-Brüder selbst geschrieben, die von Herz und Schmerz, Juanitas traurigen Augen, den goldenen Ringen, rechtzeitig erscheinenden Engeln, der Sehnsucht, die wie Feuer brennt, Tränen, dem Elternhaus, aus dem schon fremde Menschen schauen, dem hellen Wahnsinn als Synonym für die Geliebte oder dem Versprechen "Ich geh für Dich durchs Feuer".

Die Lieder sind zum Mitklatschen geschrieben. Die Finalwiederholungen kommen eine Terz höher. Das schmeichelt den Ohren.

Eifrige Fans schwenken Lichtwedel, nach der Pause einige mehr, sie waren am Stand zu haben. Dort gab es auch die Bärchen zum Mitnehmen, "Amigos" aufgedruckt zur Erinnerung.

Hedwig Schrörs ist noch etwas älter als die Amigos und freut sich über den Life-Auftritt: "In echt ist das doch viel besser als nur auf dem Bildschirm."

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