Die Zahl der Rentner, die mit geringen Bezügen auskommen müssen, steigt. Immer häufiger zahlt die Stadt Unterstützung.

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dpa

Krefeld. In Krefeld gehen derzeit die Menschen im Durchschnitt mit 64 Jahren in Rente. „Doch obwohl sie im Vergleich ein Jahr länger arbeiten als frühere Arbeitnehmer, kommt unter dem Strich weniger raus“, sagt Ralf Köpke vom DGB. Genau gesagt: 144,89 Euro weniger. Vor allem die Männer müssten in Krefeld gravierende Einbußen hinnehmen. Doch auch die Entwicklung der Erwerbsminderungsrenten gäbe Anlass zur Sorge.

Im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Senioren informiert Köpke über den aktuellen NRW-Rentenreport des DGBs und die Krefelder Zahlen. Er fordert Denkanstöße von den Parteien und eine „echte Reform im Rentenbereich“, um die stetig steigende Zahl von Rentnern in der Grundsicherung zu stoppen.

Der DGB schlägt dazu bis zum Jahr 2030 die Erhöhung der Rentenbeiträge von derzeit 18,9 auf 22 Prozent vor. Köpke: „Pro Person sind das im Monat rund vier Euro.“ Auch dürften die Beiträge zur Rentenversicherung nicht für anderweitige Aufgaben des Bundes genutzt werden. Nur so könne die wachsende Altersarmut gestoppt werden.

DGB fordert höhere Löhne für höhere künftige Renten

Die durchschnittliche Altersrente für Männer ab 2013 liegt laut Köpke bei 1007,35 Euro. Deutlich niedriger als in anderen Städten am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Nicht so gravierend ist die Differenz bei den Renten für Frauen. In Krefeld kriegen sie mit 516 Euro im Durchschnitt 13 Euro mehr als anderswo. Das liege an ihrer zunehmenden Berufstätigkeit. Dennoch müssen sie in den meisten Fällen mit der Hälfte der Rente von männlichen Arbeitnehmern ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Diese Situation ebenso wie die Zunahme der Erwerbsminderungsrenten (im Schnitt in Höhe von 576,20 Euro) bereiten Köpke ernsthafte Sorgen. Doch nicht nur ihm. Bei einem Grundsicherungsniveau von derzeit 758 Euro wächst die Zahl der alten Menschen, die auf finanzielle Unterstützung seitens der Stadt angewiesen sind. „Deshalb ist es dringend notwendig, Arbeitsplätze in Krefeld zu erhalten und sich für angemessene Bezahlung einzusetzen“, lautet sein Appell.

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