Rund 40 Teilnehmer der Reihe „Stadtspaziergänge“ von Bündnis 90/Die Grünen ließ sich am Wochenende durch die beiden maroden Krefelder Eishallen führen. Fotos (2): Dirk Jochmann
Rund 40 Teilnehmer der Reihe „Stadtspaziergänge“ von Bündnis 90/Die Grünen ließ sich am Wochenende durch die beiden maroden Krefelder Eishallen führen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Rund 40 Teilnehmer der Reihe „Stadtspaziergänge“ von Bündnis 90/Die Grünen ließ sich am Wochenende durch die beiden maroden Krefelder Eishallen führen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Auch die technischen Bereiche nahmen die Besucher unter die Lupe.

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Rund 40 Teilnehmer der Reihe „Stadtspaziergänge“ von Bündnis 90/Die Grünen ließ sich am Wochenende durch die beiden maroden Krefelder Eishallen führen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Krefeld. Es bleibt ein hochbrisant Thema. Die Eishallen in Krefeld sind stark sanierungsbedürftig. Sowohl in der Werner-Rittberger-Halle, als auch in der alt ehrwürdigen Rheinlandhalle denkt derzeit keiner an Eissport. Um Krefeldern ein Überblick über die Situation zu verschaffen, luden die Grünen zu einem außerordentlichen Stadtspaziergang ein. Und das Interesse war groß. Rund 40 Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, um sich über den aktuellen Zustand der beiden Hallen zu informieren.

Die Mängelliste der beiden Eishallen ist lang

Knapp zwei Stunden begab sich die Besuchergruppe unter Anleitung des Sportdezernenten Thomas Visser auf Mängelsuche. Den katastrophalen Zustand leugnen, konnte danach niemand mehr. Visser sagt: „Die Situation ist schlecht. Das ist hier keine heile Welt Veranstaltung mehr, wir gehen in die Problemzonen.“ Und davon gibt es in beiden Halle viele. Angefangen bei den Kabinen, in denen es an allen Enden und Ecken mangelt. Sowohl Bänke als auch Duschen sind marode und einer modernen Eissporthalle bei weitem nicht mehr würdig. Doch vor allem sind die Kabinen zu klein. So bleibt den Mannschaften im normalen Spielbetrieb viel zu wenig Platz, um sich umzuziehen. Für den Schulsport und der Eislaufschule bleibt teils gar keine Kabine. Und auch auf der Eisfläche selber ist an Eishockey und Eislaufen nicht zu denken.

Die Werner-Rittberger Halle wird derzeit zum Trockentraining genutzt. Basketballkörbe, Turnmatten und Springböcke stehen dort, wo in der Regel auf dem Eis trainiert werden soll. Seit knapp zwei Jahren ist die Werner-Rittberger Halle nun für die Eissport gesperrt. Grund dafür sind Probleme mit der Ammoniak-Kälteanlage. Zwischenzeitlich diskutierte man über andere Lösungen, um die Eisfläche zu kühlen, vom Ammoniak wird aber wohl nicht abgewichen. Anders als verschiedene Gase ist Ammoniak sowohl kostengünstiger, als auch einfacher zu kontrollieren. Tritt ein Leck auf, bemerkt man es durch den strengen Geruch sofort. Dennoch muss eine Grundsatzentscheidung getroffen werden. „Wir fahren zweigleisig. Eine Sanierung der beiden Hallen würde Kosten im zweistelligen Millionen Bereich hervorrufen, dem gegenüber steht die Frage nach einem kompletten Neubau“, berichtet Thomas Visser. Viele Besucher zeigten sich bei dem Rundgang durch die Hallen skeptisch, ob Krefeld tatsächlich drei Eishallen braucht. Achim Staudt, Vorsitzender des Krefelder EV, erklärt: „Wenn der König-Palast durch Veranstaltungen belegt ist, trainieren die Profis der Pinguine in der Rheinlandhalle. Das sind in der Hochsaison dann unzählige Mannschaften, die auf einer Eisfläche trainieren müssen. Wir brauchen eine Lösung.“

Übergangslösungen sollen geschaffen werden. Voraussichtlich aber erst im Winter 2018 greifen. Dass es schneller gehen müsste, zeigt sich auch am regen Interesse der Krefelder an dem Eishallen-Rundgang. Grünen-Ratsfrau Heidi Matthias sagt zu ihren Eindrücken nach dem Rundgang: „Mich hat das Interesse der Krefelder selber überrascht. Es sind viel mehr Leute hier, als wir erwartet haben. Die Thematik ist bekannt. Ich bin schockiert über den Zustand der Eishallen. Wenn man durch beide Hallen läuft, sieht man die Mängel sofort. Die Situation ist mehr als prekär.“

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