An 18 Tagen war das komplette Team draußen – in den Vorjahren nur an sechs Tagen.

GSAK-Fahrer Ernst Bongen prüft den „Streu-Teller“ an seinem Fahrzeug: Wegen der Salzknappheit hat er wie seine Kollegen in den vergangenen Tagen ein Salz/Sand-Gemisch gestreut – auch in vielen Überstunden.  
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GSAK-Fahrer Ernst Bongen prüft den „Streu-Teller“ an seinem Fahrzeug: Wegen der Salzknappheit hat er wie seine Kollegen in den vergangenen Tagen ein Salz/Sand-Gemisch gestreut – auch in vielen Überstunden. (Archiv

GSAK-Fahrer Ernst Bongen prüft den „Streu-Teller“ an seinem Fahrzeug: Wegen der Salzknappheit hat er wie seine Kollegen in den vergangenen Tagen ein Salz/Sand-Gemisch gestreut – auch in vielen Überstunden. (Archiv

Dirk Jochmann

GSAK-Fahrer Ernst Bongen prüft den „Streu-Teller“ an seinem Fahrzeug: Wegen der Salzknappheit hat er wie seine Kollegen in den vergangenen Tagen ein Salz/Sand-Gemisch gestreut – auch in vielen Überstunden. (Archiv

Krefeld. Die Überstunden der Mitarbeiter hat Holger Funke noch nicht ausgerechnet - aber es werden eine Menge sein. Der Einsatzleiter der Stadtreinigungsgesellschaft GSAK hat diese Aufgabe noch vor sich, und er weiß, dass da einiges zusammenkommen wird.

"In normalen Jahren rechnen wir mit fünf bis sechs Tagen, an denen alle 100 Mitarbeiter streuen und räumen müssen und neben den Großfahrzeugen auch die Handkolonnen draußen sind. In diesem Winter - lange, heftig und von daher ungewöhnlich für unsere Region - sind es 18 Tage gewesen. Die Überstunden-Kurve ist natürlich dementsprechend nach oben gegangen", sagt Funke.

Auch durch die Nacht zu Dienstag. Winterdienst-Aufgaben und die Straßenreinigung nach dem Rosenmontagszug waren gegen 21 Uhr beendet. Aber wegen des einsetzenden Frostes am frühen Abend war der Großteil der 100 GSAK-Mitarbeiter weiter im Einsatz - bis 2 Uhr in der Früh musste weiter gestreut werden. Eingebunden in den Streudienst während der tollen Tage waren auch die Mitarbeiter der Müllabfuhr mit ihren Fahrzeugen, die teilweise mit großen Räum-Schaufeln vorne "aufgerüstet" worden waren.

Gestreut wurde erneut mit einem Salz/Sand-Gemisch. Pures Salz hat Funke seit sieben Tagen nicht mehr gesehen: "Vor rund einer Woche haben wir noch einmal 100 Tonnen tunesisches Salz bekommen. Auf die hatten wir 14 Tage gewartet. Und jetzt haben wir nichts mehr; es ist auch keins mehr zu erwarten. Daher wurde das angelieferte Salz mit Sand gestreckt, damit wir über die tollen Tage kommen", sagt Funke.

Nach dem Schnee muss der Sand von den Straßen weg

Jetzt soll es milder werden: Funke geht von der ihm vorliegenden 15-Tage-Prognose aus, nach der die Nachttemperaturen ab Donnerstag zwischen minus eins und plus zwei Grad liegen, tagsüber zwischen plus vier und plus sechs Grad. "Aber jetzt wartet neue Arbeit: "Über 1000 Tonnen Sand liegen jetzt auf Straßen und teilweise auch auf Bürgersteigen und Radwegen. Jetzt müssen wir den Sand wieder von der Straße holen."

2,3 Millionen Tonnen Salz werden pro Jahr im Bergwerk Borth bei Rheinberg abgebaut. Der Rohstoff lagert in 500 bis 700 Metern Tiefe, wird aus dem Salzstock gefräst oder gesprengt. Rund 300 Mitarbeiter, etwa die Hälfte unter Tage, werden in Borth beschäftigt.

In Krefeld sitzt die Winterdienstzentrale von Straßen.NRW für das Rheinland. Landesweit wurden in 210 Vorratshallen 120.000 Tonnen Streusalz eingelagert. Straßen.NRW unterhält 84 Autobahn- und Straßenmeistereien. Zuständig ist man mit 2.100 Straßenwärtern und fast 700 Räum- und Streufahrzeugen für rund 20.000 Kilometer Autobahn, Bundes- und Landstraßen.

Straßen.NRW liegt schon jetzt bei 45 Millionen Euro an Winterkosten - und der Winter ist noch nicht zu Ende. Der Winter 2009 galt schon als Rekordwinter. Damals wurden 34 Millionen Euro ausgegeben. Ins Unermessliche steigen laut Straßen.NRW die geleisteten Überstunden.

Bei normalem Zwei-Schicht-Betrieb - insgesamt von 5 bis 21 Uhr - rechnet er damit, dass in spätestens zwei Wochen die Straßen wieder sauber sind. " Wenn die Straßen schneefrei und abgetrocknet sind, wird man den Grad der Verunreinigung sehen können", schätzt der Einsatzleiter. Der größte Teil des Sandes wird am Fahrbahnrand liegen: "Durch den Autoverkehr wird er dorthin befördert.

Jetzt wird verstärkt an den Schlaglöchern gearbeitet

Geringfügig mit dem Sand zu tun haben werden auch die Straßenarbeiter, die weiter mit dem Löcher-Stopfen auf Krefelds Straßen beschäftigt sind. "Bei Tauwetter wird mit Sicherheit verstärkt gearbeitet", sagt Stadt-Sprecher Michael Streubel. Zunächst wird auf den Straßen gearbeitet, die bereits eisfrei sind.

Nicht nur Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau sind unterwegs. Aufträge sind auch an Fachfirmen vegeben worden. Alles in allem stehen dafür 460000 Euro zur Verfügung.

Die Straßenbegeher des Fachbereichs haben aber nicht nur ein Auge auf die Schlaglöcher. "Es gibt eine Liste der zu erneuernden Straßen. Das sind Straßen, die nicht nur in diesem Winter, sondern auch in den Vorjahren gelitten haben: Beispiel: Der Ring zwischen Markt- und Hülser-/Sternstraße."

Dieser Abschnitt des Rings werde in diesem Jahr komplett erneuert. Streubel rechnet mit Arbeitsbeginn in der ersten Hälfte dieses Jahres, dann in mehreren Abschnitten. "Mit Teilsperrungen wird dann zu rechnen sein", sagt Streubel.

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