Unfall- und Verletztenzahlen sollten nach den Arbeiten spürbar sinken. Doch sie sind auf hohem Niveau geblieben.

Mit dem Ausbau der Gladbacher Straße ist die Hoffnung auf weniger Unfallopfer verknüpft worden. Das Ziel wurde verfehlt.
Mit dem Ausbau der Gladbacher Straße ist die Hoffnung auf weniger Unfallopfer verknüpft worden. Das Ziel wurde verfehlt.

Mit dem Ausbau der Gladbacher Straße ist die Hoffnung auf weniger Unfallopfer verknüpft worden. Das Ziel wurde verfehlt.

Dirk Jochmann

Mit dem Ausbau der Gladbacher Straße ist die Hoffnung auf weniger Unfallopfer verknüpft worden. Das Ziel wurde verfehlt.

Krefeld. Die Gladbacher Straße ist eine der meistbefahrenen Hauptverkehrsstraßen Krefelds. Und keine ungefährliche.

Daran hat auch der Ausbau in den Jahren 2004 und 2005 nichts geändert, wo rund 5,7 Millionen Euro in das 1100 Meter lange Stück zwischen Obergath und Lutherstraße investiert worden waren. Dabei war höhere Verkehrssicherheit eigentlich eines der gesteckten Ziele.

Ziel verfehlt muss es jedenfalls bei der Zahl der Verletzten heißen: Im Schnitt der letzten Jahre liegt sie nach dem Ausbau stets an der Spitze.

Grund zur Freude kann lediglich der Blick auf die kleinen Verkehrsteilnehmer bieten: Hatte es sonst immer mehrere Unfälle gegeben, bei denen Kinder verletzt wurden, ist dies seit dem Ausbau vorbei, sagt Hartmut Könner. Er ist nicht nur Chef des Fachbereichs Tiefbau, sondern auch Leiter des Arbeitskreises für Verkehrssicherheit von Kindern in Krefeld.

Vor allem im Bereich der Hausnummern 200 bis 250 habe es früher Probleme mit Kinderunfällen gegeben, sagt Polizeisprecher Wolfgang Lindner. Doch das ist zum Glück Vergangenheit.

Die Polizei erfasst die Unfallzahlen auf der Gladbacher Straße in zwei Bezirken zwischen Saumstraße und Am Behringshof.

Jahr 2000: 180 Unfälle, 20 Leichtverletzte; 2001: 175 Unfälle, 1 Toter, 3 Schwer-, 20 Leichtverletzte; 2002: 161 Unfälle, 3 Schwer-, 18 Leichtverletzte; 2003: 160 Unfälle, 21 Leichtverletzte; 2004: 176 Unfälle, 6 Schwer-, 22 Leichtverletzte; 2005: 121 Unfälle, 4 Schwer-, 19 Leichtverletzte; 2006: 141 Unfälle, 1 Toter, 1 Schwer-, 20 Leichtverletzte; 2007: 145 Unfälle, 6 Schwer-, 24 Leichtverletzte; 2008: 130 Unfälle, 1 Schwer-, 20 Leichtverletzte.

Laut Könner machten sich hier vor allem die drei zusätzlichen Ampeln bemerkbar - insbesondere Kinder fänden hier seither zusätzliche, sichere Hilfen zum Überqueren der vierspurigen Fahrbahn.

Vermutung: Die ausgebaute Straße zieht mehr Fahrzeuge an

Warum es nur geringfügig weniger kracht - durchschnittlich jeden dritten Tag - und die Zahl der Verletzten weiterhin auf hohem Niveau bleibt, dafür hat Lindner keine handfesten Erklärungen.

"Der Verdacht liegt nahe, dass auf der ausgebauten Straße insgesamt schneller gefahren wird. Doch Geschwindigkeitskontrollen, die wir dort durchführen, belegen das nicht", so der Erste Polizeihauptkommissar.

Der Anteil derer, die zu schnell fuhren, machte auf der Gladbacher Straße im Jahr 2007 rund vier Prozent, 2008 sogar nur etwas mehr als zwei Prozent aus. Der Krefelder Gesamtdurchschnitt der Tempo-Sünder liegt hingegen bei 7,3 Prozent, also deutlich höher.

Lindners vage Vermutung: Die ausgebaute Gladbacher Straße hat zu einer Zunahme des Verkehrs geführt. Das hält auch Hartmut Könner für schlüssig, der jetzt einen Computer die aktuellen Zahlen auswerten lässt und prüft, ob dies tatsächlich der Fall ist.

Lindner will die hohe Verletztenzahl - vor allem Autofahrer und Fußgänger sind betroffen, aber kaum Radfahrer - ohnehin nicht überbewerten, da sie über einen längeren Zeitraum betrachtet werden müsse. "Noch kann man da nicht von einem Trend sprechen."

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