Die Wissenschaftler Dr. Martin Schlemmer und Dr. Bastian Fleermann erhalten den Albert-Steeger-Preis.

Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung (rechts), überreicht den Albert-Steeger-Preis an Dr. Martin Schlemmer und Dr. Bastian Fleermann (v.l.).
Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung (rechts), überreicht den Albert-Steeger-Preis an Dr. Martin Schlemmer und Dr. Bastian Fleermann (v.l.).

Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung (rechts), überreicht den Albert-Steeger-Preis an Dr. Martin Schlemmer und Dr. Bastian Fleermann (v.l.).

Dirk Jochmann

Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung (rechts), überreicht den Albert-Steeger-Preis an Dr. Martin Schlemmer und Dr. Bastian Fleermann (v.l.).

Krefeld. Die Auszeichnung ist unter Kennern begehrt. Seit 53 Jahren wird der Albert-Steeger-Preis des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) auf Burg Linn verliehen, bis vor zwei Jahren noch als Stipendium bezeichnet.

Diesmal erhalten den mit 10000 Euro dotierten Preis wieder zwei Nachwuchswissenschaftler: der Archivar Dr. Martin Schlemmer und der Volkskundler und Historiker Dr. Bastian Fleermann.

Die Rheinbestrebungen und die jüdische Alltagskultur als Thema

Den Preis überreicht der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Dr. Jürgen Wilhelm, der die Gelegenheit als "die Kulturparty des Rheinlandes" beschreibt, was ein Blick in die Runde bestätigt.

Der aus Koblenz stammende Martin Schlemmer (33) erhält die Auszeichnung für seine Arbeit "Los von Berlin. Die Rheinbestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg." Darin beschäftigt er sich mit Tendenzen, die sich nach dem Ersten Weltkrieg für die Schaffung eines von Preußen getrennten Rheinstaats einsetzten.

In Krefeld hatte eine Parallelbewegung, die sich "vom Reich trennen" wollte, 1923 zum Separatistensturm auf das Rathaus geführt, bei dem der Polizeibeamte August Schneider ums Leben kam.

Die damaligen Trends kann man auch unter dem Gesichtspunkt eines "Europas der Regionen" sehen. Schlemmer ist derzeit Assessor am Hohenlohe-Zentralarchiv in Neuenstein, einer Außenstelle des Staatsarchivs Ludwigsburg.

Bastian Fleermann (31) wird für seine Arbeit über "Marginalisierung und Emanzipation. Jüdische Alltagskultur im Herzogtum Berg 1779 - 1847" ausgezeichnet. Der Wissenschaftler wurde in Ratingen geboren.

Sein Studium von Volkskunde und Geschichte schloss er mit einer Arbeit über die regionale Ernährungskultur im Rheinland im 18. und 19. Jahrhundert ab. In seiner Doktorarbeit widmete er sich der jüdischen Alltagskultur im Herzogtum Berg. Er ist stellvertretender Leiter der Mahn- und Gedenkstätte der Stadt Düsseldorf.

Der Albert-Steeger-Preis ist einzig in seiner Art und wird durch die Förderung der Sozial- und Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Rheinland ermöglicht.

Die Umbenennung von Stipendium in Preis hatte der Kulturamtsleiter des LVR, Dr.Norbert Kühn, damit begründet, dass der Begriff "Preis" der Bedeutung der Auszeichnung eher gerecht werde als "Stipendium". Im vergangenen Jahr war der Historiker Andreas Rutz der alleinige Empfänger.

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