Vorsitzender Domanski sieht Verschlechterung der Fahrradpolitik.

Vorsitzender Domanski sieht Verschlechterung der Fahrradpolitik.
ADFC Vorsitzender Andreas Domanski mit dem Plan zum Umbau der Kölner Straße zwischen Ritterstraße und Untergath.

ADFC Vorsitzender Andreas Domanski mit dem Plan zum Umbau der Kölner Straße zwischen Ritterstraße und Untergath.

Dirk Jochmann

ADFC Vorsitzender Andreas Domanski mit dem Plan zum Umbau der Kölner Straße zwischen Ritterstraße und Untergath.

Krefeld. Die Umbaupläne für die Kölner Straße haben Andreas Domanski und seine Mitstreiter vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) überrascht. Trotz guter Kontakte zum Fahrradbeauftragten der Stadt, habe man die Pläne nicht zu Gesicht bekommen. In einer Sitzung der Bezirksvertretung lagen sie eine knappe Stunde aus, so Domanski, Vorsitzender des ADFC Krefeld. Die Bürgerbeteiligung wurde ausgehebelt.

„Es hat mich einige Überzeugungskraft gekostet, diesen Plan überhaupt zu bekommen“, sagt er. Es geht um die detaillierte Ausgestaltung wie die Kölner Straße zwischen Ritterstraße und Untergath umgebaut werden soll. Dabei kommen die Radfahrer schlecht weg, findet der ADFC. Auf dem Plan, den er in den Händen hält, stammt aus dem Jahr 2013. Dieser sei schon längst beim Regierungsbezirk gewesen, die Zuschüsse bewilligt, der Umbau werde so kommen – Domanski zeigt sich enttäuscht.

Fahrradverkehr benachteiligt, Autoverkehr bevorzugt

Die Kritik am Umbauplan: Die Radwege sind mit 120 Zentimeter auf einigen Abschnitten zu eng. „Eigentlich herrscht beim Straßenumbau die Devise, von außen nach innen zu planen. Hier ist es genau umgekehrt.“ Dadurch entstünden die unterschiedlichen Breiten bei den Fahrradwegen.

Zweiter Punkt: Autofahrer könnten durch die geplante Baumbepflanzung, die an zwei Stellen Einfahrten zu KFZ-Betrieben umschließen, die Sicht einschränken. Sie würden die Fahrradfahrer bei der Einfahrt leicht übersehen – die Unfallgefahr steige dadurch. „Die Planer sehen nur den Neu-Zustand“, beklagt Domanski. „Wenn das Kraut hochschießt, sind die Sichtachsen gestört“, sagt er. Radverkehr werde auf der Kölner Straße nachrangig behandelt, Autos und Straßenbahn bevorzugt.

Allgemein beobachtet Domanski eine Verschlechterung der Fahrradpolitik. Dabei war Krefeld Vorreiter – Gründungsmitglied der AGFS, der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte in NRW. „Wir waren einer der ersten Städte, die Einbahnstraßen für den Radverkehr geöffnet haben.“ Andere Städte wie Mönchengladbach und Düsseldorf überholen Krefeld in Sachen Fahrradfreundlichkeit. Domanski gibt aber auch zu, dass schon viel erreicht sei. „Wir klagen auf hohem Niveau. Aber wir haben auch einen hohen Anspruch.“

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