SPD-Ortsverein Süd sucht den Kontakt mit den Bürgern an der Alten Gladbacher Straße.

SPD-Ortsvereins KR-Süd
Wollen mit ihren Schildern Zeichen setzen: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Süd.

Wollen mit ihren Schildern Zeichen setzen: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Süd.

Wollen mit ihren Schildern Zeichen setzen: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Süd.

Lebensgefährliche Mutproben finden auf dem Dach des Hochhauses statt.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 3

Wollen mit ihren Schildern Zeichen setzen: die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Süd.

Krefeld. „Wir fordern: Handeln jetzt“ und „Abriss jetzt“ heißt es auf vielen Schildern am Bauzaun um die Hochhaus-Ruine an der Alten Gladbacher Straße. Der SPD-Ortsverein Süd sucht vor dem Hintergrund der schwindenden Wählergunst den Kontakt zur Basis. Erst am Donnerstag ist Thomas Luppa (25) ohne Gegenstimme zum neuen Ortsvorsitzenden gewählt worden. Am Tag danach steht er mit seinen Genossen vor dem unbewohnten, früheren Studentenwohnheim. Dieser ist der Schandfleck des Viertels am alten Friedhof. „Seit 2003 wohnt hier niemand mehr“, klagt Michaela Trippelsdorf, die seit mehr als 20 Jahren am benachbarten Straterweg wohnt. „Wer da rein will, hat keine Probleme. Auf der Rückseite des Gebäudes sind genug Löcher im Zaun, durch die jedermann in das Haus gelangen kann.“

Kritik an der Rolle der städtischen Verwaltung

Wilhelm Schmitz von der Tannenstraße schimpft auf die städtische Verwaltung. Diese habe ihn mit einer ganz einfachen Frage auf eine wahre Odyssee geschickt. „Ich wollte nur wissen, wer für eine auf dem Gehweg vor dem Haus liegende gelbe Tonne verantwortlich ist.“ Dann habe man ihn von einem Amt zum anderen bis zur Müllabfuhr der GSAK geschickt, bis endlich jemand kam und die Tonne abholte.

Für die Reinigung des Gehwegs vor dem Haus ist eigentlich der Eigentümer zuständig. Den aber könne oder wolle die Stadt offensichtlich nicht zur Verantwortung ziehen. Die für die Anwohner ungeklärte Eigentumsfrage beschäftigt die Menschen am Info-Stand.

Auch Thomas Luppa kann sich nur vage äußern. „Die Eigentümerin in Mönchengladbach soll insolvent sein und kann den rund 300 000 Euro teuren Abriss nicht finanzieren.“ Michaela Trippelsdorf fragt: „Muss die denn nicht Grundsteuer für das rund 5000 Quadratmeter große Grundstück bezahlen?“ Es müsse doch möglich sein, sie juristisch zu einer wirkungsvollen Absicherung und zum Abriss des Gebäudes zu zwingen. Hans-Willi Verpoorten wirft ein: „Wenn man sich überlegt, wie hoch der Parkdruck hier ist, dann gerät man ins Grübeln, wenn man die riesigen, überwucherten Brachflächen hier sieht.“

Thomas Luppa fordert als ersten Schritt eine Absicherung

Für Thomas Luppa steht die effektive Absicherung des Gebäudes vor unbefugtem Betreten im Vordergrund. Darüber sei seine Partei auch mit Oberbürgermeister Meyer im Gespräch. „Hier stehen Gesundheit und Leben auf dem Spiel“. Der nächste Schritt sei die Suche nach einem Investor für das zwölfstöckige Gebäude. „Die Wohnstätte hat leider kaum Interesse signalisiert.“

Deshalb sei man jetzt auch in Kontakt mit dem Studentenwerk in Düsseldorf, um an die Tradition des Baus des Krefelder Immobilien-Unternehmens Lichtenberg und Röder von 1972 anzuknüpfen. „Der Bedarf an Wohnraum für Studenten der Hochschule ist auf jeden Fall vorhanden“, betont Luppa. „Auch die Möglichkeit, Einfamilien- oder Reihenhäuser zu bauen oder eine Erweiterung des Stadtparks Süd werden nun weiter verfolgt.“

„Für mich bedeutet politisches Engagement vor allem, sich um die Aufgaben vor der „Haustüre zu kümmern und Hilfe anzubieten“, so der neue Vorsitzende im Krefelder Süden. Er bringt ein weiteres Schild am Zaun an: „Wenn hier was passiert, kann niemand sagen, man hätte es nicht gewusst.“

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