Das Amazonencorps ließ es bei seiner Feier richtig krachen.

Das Amazonencorps ließ es bei seiner Feier richtig krachen.
Elke Tork und Birgit Esters gaben Lieder von Abba zum Besten.

Elke Tork und Birgit Esters gaben Lieder von Abba zum Besten.

Mark Mocnik

Elke Tork und Birgit Esters gaben Lieder von Abba zum Besten.

Krefeld. „Dreimal Hufschlag frei“ heißt ein Schlachtruf der Amazonen. Die 23 Frauen haben aber am Freitag im Stadtwaldhaus bewiesen, dass sie auch ohne ihre lieben Vierbeiner viel Beachtung finden. Etwa 400 Gäste erlebten den unterhaltsamen Uniformappell des 1. Amazonencorps der Stadt Krefeld. Und zu später Stunde zogen sich die Frauen die schwarz-rot-goldenen Uniformen aus, verwandelten sich bei ihrer fast zweistündigen Show in Schlagersternchen und Rockgrößen oder zeigten aus dem „Dschungelbuch“ die originelle Elefantenparade.

„An sich müsstet ihr den amerikanischen Online-Versandhändler verklagen, weil dieser euch den Namen abgekupfert hat.“

Oberbürgermeister Frank Meyer

Gerade tanzten sich die von Heike Krouß geführten Amazonen schon einmal ein. Die Oedingsche Jonges spielten das Brings-Stück „Su lang mer noch am Lääve sin“. Wie aktiv das Corps am gesellschaftlichen Leben in der Seidenstadt teilnimmt, zeigt sich eigentlich das ganze Jahr über. Ihre Liebe zu den Pferden hatte den Verein vor fast genau 40 Jahren entstehen lassen. Damals hatte sich dafür vor allem der heutige Ehrenpräsident der Prinzengarde, Rainer Küsters, stark gemacht, der sich solch eine reitende Gemeinschaft bei den Schützenfesten vorstellen konnte. Beim Schützenfest in Bockum zog die Garde der weiblichen Husaren zum ersten Mal hoch zu Ross auf. „Einige Damen der Schützen sahen dies gar nicht gerne, befürchteten Konkurrenz“, erinnerte sich Küsters, der beim Appell leider nicht dabei sein konnte. Wohl aber das Krefelder Prinzenpaar Dieter I. und Britta I., die den Damen und Gästen einen Besuch abstatteten. „Der Empfang war auch hier traumhaft“, schwärmte der Prinz.

Dem Corps gehören Reiterinnen in der zweiten Generation an

Allein am vergangenen Wochenende hatten die Tollitäten zwanzig Termine. Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer war natürlich ebenfalls mittendrin, hielt die Laudatio auf das Jubiläums-Corps und machte schmunzelnd einen Vorschlag: „An sich müsstet ihr den amerikanischen Online-Versandhändler verklagen, weil dieser euch den Namen abgekupfert hat.“ Den Amazonen war es egal. Sie wollten feiern. Darunter war die 60-jährige Gabriele Steinmetz. Die agile Dame war die Einzige, die schon vor vier Jahrzehnten aktiv dazu gehörte. Sie bekam einen Sonderorden.

Dem Corps gehören mittlerweile auch Reiterinnen aus der zweiten Generation an. Wie beispielsweise Birgit Esters und ihre 19-jährige Tochter Selina. „Selina reitet seit dem fünften Lebensjahr, war schon damals beim Krefelder Rosenmontagszug auf einem Shetland-Pony sitzend mit dabei“, sagte ihre Mutter. Natürlich wird man das Corps mit den vielen Schimmeln am Anfang des diesjährigen Karnevalszuges wieder erleben.

Später am Abend kam das eigentliche Highlight: die Playback-Show. Dagmar Schobert und Nina Thyssen hatten die Texte von Abba und den Village People größtenteils etwas umgeschrieben.

Die Show begann in einem Friseursalon, als Dagmar Schobert als das Krefelder Original „Matthes“ darin erinnerte, dass analog zur Gründung vor 40 Jahren auch das Affenhaus im Krefelder Zoo entstanden war. Die Revue mit den verschiedensten Tieren, Tänzen und urigen Gestalten konnte beginnen.

Zur Disco-Musik aus Zeiten von Ilja Richter, über „Skandal im Sperrbezirk“ gesellte sich bayrische Folklore oder Oktoberfest- und Karnevalsmusik. Die Interpreten bekamen jede Menge Applaus.

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