Für die Erstklässler steht ab Februar Englisch auf dem Stundenplan. Den einen freut’s, den anderen stresst’s.

Unterricht an einer Grundschule: Viele Erstklässler sind begeistert davon, dass sie ab Februar auch Englisch im Stundenplan haben. Aber nicht jede Schule hat dafür die passenden Lehrkräfte. (Archiv
Unterricht an einer Grundschule: Viele Erstklässler sind begeistert davon, dass sie ab Februar auch Englisch im Stundenplan haben. Aber nicht jede Schule hat dafür die passenden Lehrkräfte. (Archiv

Unterricht an einer Grundschule: Viele Erstklässler sind begeistert davon, dass sie ab Februar auch Englisch im Stundenplan haben. Aber nicht jede Schule hat dafür die passenden Lehrkräfte. (Archiv

dpa

Unterricht an einer Grundschule: Viele Erstklässler sind begeistert davon, dass sie ab Februar auch Englisch im Stundenplan haben. Aber nicht jede Schule hat dafür die passenden Lehrkräfte. (Archiv

Krefeld. Jung übt sich, wer ein Meister werden will. Das hat sich wohl auch Schulministerin Barbara Sommer gedacht. Ab Februar gibt es für alle Erstklässler in NRW Englisch - mitten im laufenden Schuljahr. Manche der 34 Krefelder Grundschulen stellt das in Sachen Stundenplan vor eine große Herausforderung. Denn: Die zweiten Klassen lernen bis zu den Sommerferien nach der alten Regelung. Sie bekommen Englisch deshalb erst in der dritten Klasse.

Die esten Klassen haben nun mehr Unterricht als Zweitklässler

Besonders schwierig ist das für die vier Einrichtungen, die jahrgangsübergreifend arbeiten. So wie die Grundschule an der Gladbacher Straße. Hier lernen normalerweise die erste und zweite Klasse zusammen. In Englisch ist das wegen der Übergangsregelung vorerst nicht möglich. "Damit hat die erste Klasse nun mehr Unterricht als die zweite", sagt Schulleiter Alfred Kuhn. Im Sommer muss er den Stundenplan mit seinen Kollegen dann wieder komplett umschmeißen.

Doch auch bis dahin gibt es die zwei Stunden Englisch für die rund 2000 i-Dötzchen natürlich nicht ohne das passende Personal. Und eben das hat bisher nicht jede Schule. "Die einzige, die Englisch studiert hat, das bin ich", sagt Lehrerin Susanne Bollien-Hinz von der Grundschule an der Kempener Allee. Darüberhinaus hat eine ihrer Kolleginnen eine C1-Sprachprüfung mit entsprechender didaktischen Ausbildung in Englisch. Eine weitere Kraft mit dersselben Qualifikation hat die Schule neu für Februar eingestellt. Genauso läuft das an der Gladbacher Straße: "Für uns ist das nur so möglich", sagt Schulleiter Kuhn. Gut versorgt ist die Astrid-Lindgren Schule. Vier Englischlehrer hat sie für ihre beiden Standorte.

Viele der Englischlehrer haben in den vergangenen Woche an Fortbildungen teilgenommen. Denn für die Erstklässler muss neues Unterrichtsmaterial her. Und das müssen die Lehrer erstmal selbst kennen lernen. Bei einigen Erstklässlern wird im Englischunterricht ab Februar beispielsweise ein kleiner, roter Wuschelkopf namens Ginger die Hauptrolle spielen, bei anderen ist es gleich eine ganze Froschfamilie.

Bollien-Hinz hat die Geschichten und Lieder von Daddy frog und Mummy frog (Papa Frosch und Mama Frosch) im vergangenen Jahr schon mal in der zweiten Klasse getestet. Ein voller Erfolg, wie sie findet. Hören und nachplappern: So sollen die Kinder Englisch wie eine Muttersprache lernen. "Je früher, desto besser." Auch ihre Kollegin Ursula Bongartz von der Astrid-Lindgren Schule ist begeistert. Sie hat bisher schon kleine Englischsequenzen in der ersten Klasse eingebaut: "Die Kinder sind hoch motiviert, sie strahlen und warten nur drauf, dass es richtig los geht."

Erstmals werden ab Montag die rund 180000 Schulanfänger in Nordrhein-Westfalen schon in der ersten Klasse Englischunterricht haben. Bisher übten nur Dritt- und Viertklässler seit Mitte 2003 englische Worte ein. Nach den Lehrplänen setzt der Unterricht auf kindgerechte Elemente: Verben durch Bewegung darstellen, Szenen spielen oder Lieder singen.

Ähnlich positiv erlebt das auch Birgit Bertrand. Seit drei Jahren gehört für die Kinder in ihrer Kita "Wühlmäuse" Englisch mit zum Alltag. Vier Mal in der Woche kommt eine englischsprachige Erzieherin, isst mit den Kindern, spielt mit ihnen - und all das auf Englisch. "Die Kinder, die das hier erleben, sind in der Fremdsprache nachher spitzenmäßig in der Schule", sagt die Kindergärtnerin. Einige der Kinder sind jetzt schon in der dritten Klasse.

Trotz dieser positiven Erfahrung sieht Schulleiter Kuhn dem Englisch für Erstklässler etwas angespannter entgegen: "Wir sind mit unser Arbeit in der Schule und auch in dieser Lage durchaus ausgelastet, so dass jede zusätzliche Belastung für die Schüler eigentlich zu viel ist."

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