Die Künstlergruppe Sputnic erläutert ihre spektakuläre Aktion zum „Kaiser-Wilhelm-Center“

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Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges bilden die Künstlergruppe Sputnic. Mit ihren Broschüren zum "Kaiser-Wilhelm-Center" haben sie für Verwirrung gesorgt.

Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges bilden die Künstlergruppe Sputnic. Mit ihren Broschüren zum "Kaiser-Wilhelm-Center" haben sie für Verwirrung gesorgt.

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Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges bilden die Künstlergruppe Sputnic. Mit ihren Broschüren zum "Kaiser-Wilhelm-Center" haben sie für Verwirrung gesorgt.

Krefeld. So was nennt man wohl Volltreffer. Mit ihrer Kunstaktion über die Umwandlung des Kaiser-Wilhelm-Museums in ein Einkaufszentrum hat die Künstlergruppe Sputnic für Verwirrung gesorgt. Im Interview erklären Nils Voges, Malte Jehmlich und Nicolai Skopalik, wie es dazu kam.

Wie ist die Idee zu eurer Aktion entstanden?

Sputnic: Wir wollten die Diskussionen um die Innenstadt aufgreifen und die Bedeutung des Museums reflektieren. Die erschreckend niedrigen Besucherzahlen haben uns irritiert und inspiriert: Wir möchten wissen, wo das Problem ist und welchen Kunstbegriff die Menschen haben.

Eine Art Gesellschaftskritik?

Sputnic: In dieser Stadt wird viel gejammert - genau das wollten wir nicht tun. Wir wollten konstruktiv sein und einen Denkanstoß geben.

Wart ihr überrascht von den teilweise heftigen Reaktionen?

Sputnic: Wir haben das ja provoziert. Wir wollten eine Kontroverse.

Mitten im Wahlkampf, wie manche Politiker kritisch angemerkt haben.

Sputnic: Wir können nachvollziehen, dass die Politiker sich nicht gefreut haben. Aber sie müssen das abkönnen. Es gehört zu einer Demokratie, sich einzumischen. Und sobald es parteipolitisch geworden wäre, hätten wir sofort die Reißleine gezogen.

Dazu kam es ja nicht mehr, ihr seid nach zwei Tagen aufgeflogen. Ist das ein Problem?

Sputnic: Es ist schade. Wir hatten auf eine Zuspitzung gehofft, doch die frühe Enttarnung hat die Aktion entschärft. Die Leute haben das jetzt für sich einsortiert. Es gibt keine Irritation mehr.

Dafür ist euch ein echter Marketing-Coup gelungen.

Sputnic: Der Effekt war gewollt, und wir freuen uns darüber. Wobei die Aktion ja keine klare Botschaft hat, sondern um die Ecke gedacht ist. Das Museum braucht gutes Marketing, um für mehr Leute attraktiv zu werden.

Was hat die Aktion gekostet?

Sputnic: Ohne Arbeitsstunden etwa 200 bis 300 Euro - übrigens keine Steuergelder. Wir haben das alles selbst bezahlt.

Auch nach der Enttarnung soll die Aktion weitergehen. Wie werden ihr den Plan vom Kaiser-Wilhelm-Center bei der Ausstellung aufgreifen?

Sputnic: Inhaltlich möchten wir noch nichts dazu sagen. Nur so viel: Wir werden die Idee mit einer Video-Installation fortspinnen.

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