Regionaldekan kritisiert das Bistum: „Die Menschen bleiben oft auf der Strecke“.

wza_1011x1500_429963.jpeg
Regionaldekan Johannes Sczyrba will Brücken bauen.

Regionaldekan Johannes Sczyrba will Brücken bauen.

LS

Regionaldekan Johannes Sczyrba will Brücken bauen.

Krefeld. Aufeinander zugehen, gemeinsam um Lösungen ringen, Brücken schlagen zwischen Menschen unterschiedlicher Auffassung - das ist der Tenor mit dem die katholische Kirche in das neue Jahr startet und appelliert damit auch an die eigenen Reihen.

Die Region Krefeld/Meerbusch im Bistum Aachen hatte zum Neujahrsempfang in das Gemeindezentrum Pax Christi an der Glockenspitz geladen. Christoph Scholz sorgte mit seinem "Kleinen Musikensemble" für den musikalischen Rahmen.

Regionaldekan Johannes Sczyrba machte mit seinem Motto "Gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus" gewählt (Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen) deutlich, dass in Gott der Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Fraktionen möglich sei.

Dies gelte auch zwischen den Religionen, aber, fragte Sczyrba, "gründen wir genauso fest wie beispielsweise der Islam? Ist es nicht vielmehr so, dass wir Gott immer weiter aus unserem Alltag verbannen, dass Macht, Finanzen und Strukturen auch innerhalb der Kirche eine immer größere Rolle spielen?"

Dabei blieben die Menschen vor Ort auf der Strecke: "Die Gemeinden werden entmündigt, das Bistum kann alles besser. Ich fühle mich da als Dekan oft zerrissen zwischen der Loyalität zum Bischof und den Menschen vor Ort." Umso wichtiger sei es, Die Brücken zu bauen, Gott wieder als Bestandteil unserer europäischen Kultur zu verstehen und Raum zu geben.

Der Vorsitzende des Katholikenrates, Lothar Zimmermann, hatte zuvor über das Verhältnis von Staat und Kirche sinniert, das oft von Konflikten geprägt gewesen sei. Hier gelte es, die Diskussion zu intensivieren und um bessere Lösungen zu ringen.

Bürgermeisterin Karin Meincke, die den verhinderten Oberbürgermeister vertrat, sprach von der Chance, die die Kirche derzeit hat: "Gerade in der Krise wollen viele nicht lamentieren sondern zupacken. Sie suchen Orientierung und Werte. Das ist die Zeit der klaren kirchlichen Botschaften. Die Kirche kann diesen Hunger stillen." Die Zukunft der Kirche aber auch der Stadt lasse sich mit solchen Menschen besser und einfacher gestalten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer