Nach einer an sich belanglosen Rangelei zwischen verschiedenen Besuchern des Großmarktes an dem Feiertag soll der Angeklagte Armin C. (alle Namen von der Redaktion verändert) per Handy Verwandte und Freunde mobilisiert haben. Aus Rache, weil er sich in seiner "Ehre gekränkt" gefühlt habe.

Krefeld. Mit der Vernehmung weiterer Zeugen wird der Prozess gegen die neun Angeklagten vor dem Landgericht fortgesetzt. Vor den vollbesetzten Reihen (alleine zehn Verteidiger sind im Einsatz) werden die dramatischen Ereignisse des 1. Mai vor rund 19 Monaten aufgerollt.

Vor der 1. Großen Strafkammer sagen insgesamt sechs Zeugen aus und belasten einen Teil der Angeklagten schwer. Drei Polizeibeamte kommen zu Wort, ein Feuerwehrmann, die Ehefrau des Hauptgeschädigten und ein Betriebswirt. Ihre Aussagen stimmen in den wesentlichen Passagen überein. Dabei konzentriert sich die Beweisaufnahme auf den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung, der ein 49 Jahre alter Polizist zum Opfer gefallen war.

Verwandte und Freunde per Handy mobilisiert

Nach einer an sich belanglosen Rangelei zwischen verschiedenen Besuchern des Großmarktes an dem Feiertag soll der Angeklagte Armin C. (alle Namen von der Redaktion verändert) per Handy Verwandte und Freunde mobilisiert haben. Aus Rache, weil er sich in seiner "Ehre gekränkt" gefühlt habe.

Kurze Zeit nach der Rangelei, so der 49 Jahre alte Polizist Gerd M., sei ein "ganzer Pulk" von Menschen auf ihn zugekommen. "Dann flog mir plötzlich eine Faust ins Gesicht, ich habe nur noch Sterne gesehen", sagt das Opfer. Auf allen vieren liegend, habe er dann noch mindestens einen heftigen Tritt ins Gesicht bekommen.

Bei Gerd M. sind beide Jochbeine gebrochen, die Ärzte bangen um sein Augenlicht. Fast alle Zeugen belasten Armin C. mit der Aussage, den ersten, schweren Faustschlag gegen M. geführt zu haben, der ihn von den Beinen riss. Auch der brutale Treter konnte von den meisten Zeugen identifiziert werden. "Er hat zugetreten, als wolle er einen Elfmeter schießen", sagte die Ehefrau des Opfers aus. "Ich dachte, die treten ihn tot."

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