Knapp 6000 Schwarzfahrer sind im vergangenen Jahr in Krefeld ertappt worden. Die Stadtwerke sind zufrieden.

Krefeld. "Fahrscheinkontrolle, die Fahrausweise bitte!", den Satz haben im vergangenen Jahr 400.000 Menschen in den Bussen und Bahnen der Stadtwerke (SWK) gehört. Dabei erwischten die SWK-Kontrolleure 6000 Schwarzfahrer.

Der Großteil von ihnen war ohne Fahrkarte unterwegs. Nur 20 Prozent zeigten ihr Ticket später nach. Sie mussten keine 40 Euro, dafür  aber eine Bearbeitungsgebühr von 2,50 Euro zahlen. Trotz der guten Zahlen wollen die SWK weitere Kontrolleure einstellen.

Krefeld hat im VRR-Vergleich relativ wenig Schwarzfahrer

6000 Schwarzfahrer von rund 400.000 kontrollierten Fahrgästen: Das macht eine Quote von 1,4 Prozent. Guido Stilling, Leiter der SWK Mobil, ist zufrieden.

"Der VRR-Durchschnitt liegt bei 1,5 bis 2 Prozent." Und auch für Krefeld allein betrachtet ist dies das niedrigste Schwarzfahrer-Ergebnis seit des Kontrollenstarts vor sechs Jahren: 2007 fuhren 1,8 Prozent der kontrollierten Fahrgäste schwarz, 2006 waren es 2,1 Prozent und vor 2003 sogar geschätzt um die zehn Prozent.

Rund 400000 Euro kostet die Stadtwerke die Schwarzfahrerei jährlich. Das sei angesichts der Gesamtkosten von 50 Millionen Euro und Verlusten von rund 15 Millionen Euro zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Deswegen werden die Fahrpreise nicht steigen", sagt Stilling. "Trotzdem brauchen wir unsere Einnahmen, um relativ kostendeckend arbeiten zu können."

Bei Kindern reicht im Zweifel der Name auf dem Schulheft

Wenn die Mitarbeiter der SWK jemanden ohne gültigen Fahrschein in einer Bahn oder in einem Bus antreffen, muss die Person 40 Euro zahlen.

In Krefeld sind im vergangenen Jahr weniger Schwarzfahrer erwischt worden als in den Jahren zuvor.

Doch beim Thema Schwarzfahren geht es spätestens seit November nicht mehr bloß um den finanziellen Verlust. Vielmehr ist Thema, wie sich Kontrolleure gegenüber den schwarzfahrenden Fahrgästen verhalten müssen - vor allem dann, wenn sie minderjährig sind.

"Der Fall Lea ist von unserer Seite her nicht optimal gelaufen", gesteht Stilling - ein weiteres Mal. Vor einigen Monaten hatte ein Kontrolleur für Aufregung gesorgt, als er die Achtjährige zur Personalienaufnahme aus der Bahn gebeten hatte. Ihr Bruder konnte erst an der nächsten Haltestelle aussteigen und musste zu seiner Schwester zurückrennen.

Generell gilt: Aussteigen muss der Passagier nur, wenn er seine Personalien nicht nennt und dann die Polizei hinzugezogen werden muss. Können sich Kinder nicht ausweisen - beispielsweise mit einem Schülerausweis - reiche, so Stilling, manchmal der bloße Name in einem Schulheft.

In diesem Jahr werden die SWK die Kontrollen - dank Personalaufstockung von 28 auf 38 Kontrolleure (bereits im Dezember) - steigern: Rund 650000 Fahrgäste müssen dann ihr Ticket zücken.

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