Mutmaßlicher Täter wollte Geld erpressen. Festnahme erfolgte am Deutschen Ring. Suche nach verdächtigen Gegenständen dauerte Stunden. 100 Beamte im Einsatz.

Kein Durchkommen mehr: Die Polizei sperrte am Mittwoch große Teil der südlichen Innenstadt rund um die Postbank-Filiale an der Lewerentzstraße ab.
Kein Durchkommen mehr: Die Polizei sperrte am Mittwoch große Teil der südlichen Innenstadt rund um die Postbank-Filiale an der Lewerentzstraße ab.

Kein Durchkommen mehr: Die Polizei sperrte am Mittwoch große Teil der südlichen Innenstadt rund um die Postbank-Filiale an der Lewerentzstraße ab.

Der mutmaßliche Schreiber des Drohschreibens wird von der Polizei abgeführt.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Kein Durchkommen mehr: Die Polizei sperrte am Mittwoch große Teil der südlichen Innenstadt rund um die Postbank-Filiale an der Lewerentzstraße ab.

Krefeld. Nach über vier Stunden Ungewissheit war die Gefahr gebannt. Um 14.54 Uhr beendete die Polizei ihren Großeinsatz im südlichen Bereich der Innenstadt. Dort hatten dutzende Beamte und Spürhunde der Bundespolizei nach einem „Sprengstoff ähnlichen Gegenstand“ im Postbank-Finanzcenter an der Lewerentzstraße/Gladbacher Straße gesucht.

Zuvor war um 10.25 Uhr bei der Polizei ein elektronischer „Drohbrief“ eingegangen. Doch die Drohung erwies sich als haltlos. Der mutmaßliche Absender der Nachricht, ein 45-jähriger Krefelder, konnte bereits um 13.45 Uhr von der Polizei beim Spaziergang mit seinen Hunden am Deutschen Ring widerstandslos festgenommen werden.

Rund 100 Beamte waren unter Anweisung von Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Stephan Straetmans seit dem Vormittag im Einsatz gewesen, um das Gebiet rund um das Postbank-Finanzcenter großräumig abzusperren. Hunderte Menschen wurden aus dem Gebiet geleitet, die über der Post-Filiale liegenden Wohnungen wurden evakuiert.

Sowohl der Hauptraum der Postbank-Filiale, als auch die Nebenräume und teilweise die darüberliegenden Wohnungen wurden von der Polizei nach Sprengstoff abgesucht. Es wurden unter anderem auch mehrere Post-Pakete überprüft. Nachdem der Täter in Gewahrsam genommen worden war, rückten die Beamten der Bundespolizei mit den Spürhunden vom Einsatzort an der Lewerentzstraße ab, um die Wohnung des Verdächtigen zu durchsuchen.

Krefelder soll bereits 2012 mit versteckter Bombe gedroht haben

Der Mann wurde am Mittwoch bis in den Abend hinein verhört. Er soll einschlägig bei der Polizei bekannt sein. Ausgehend von den Ergebnissen der andauernden Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft Krefeld prüfen, ob der Beschuldigte dem Haftrichter vorgeführt werden soll. Nach WZ–Informationen soll der 45-Jährige bereits im Jahr 2012 mit einer versteckten Bombe in der Sparkassen-Filiale an der Marktstraße Ecke Roßstraße gedroht haben.

In Deutschland steht die Drohung mit einer Bombe als Störung des öffentlichen Friedens nach Paragraph 126 Abs. 2 des Strafgesetzbuches unter Strafe. Auch die sogenannte Vortäuschung der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion ist strafbar. Die Taten werden mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet.

Damals hatten die Mitarbeiter der Sparkassenfiliale einen Anruf mit einem Hinweis auf eine Bombe im Gebäude erhalten. Die Polizei hatte daraufhin das Haus geräumt. Doch auch damals konnten Sprengstoffhunde der Polizei keinen Sprengstoff ausfindig machen. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein.

Der Verkehr rund um das Geschäfts- und Wohnhaus wurde während der vierstündigen Durchsuchungsaktion großräumig umgeleitet. Das Hansa-Centrum wurde vorübergehend geschlossen. Die Hansastraße/Lewerentzstraße war zwischen Peters- und Gerberstraße während der Durchsuchungsaktion vollständig gesperrt.

Von der Neusser Straße aus wurden Fußgänger ebenfalls in Höhe der Saturn-Filiale angehalten. Auch an der Ecke Gladbacher Straße/Hauptbahnhof gab es kein Durchkommen mehr. Anwohner wurden aufgefordert, in ihre Wohnungen zurückzukehren und Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer