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Mario Anjuni (Mitte) und seine Kollegen kurz vor der Abfahrt nach Düsseldorf.

Mario Anjuni (Mitte) und seine Kollegen kurz vor der Abfahrt nach Düsseldorf.

Sebastian Paschold

Mario Anjuni (Mitte) und seine Kollegen kurz vor der Abfahrt nach Düsseldorf.

Krefeld. 18.28: Wir beenden unsere aktuelle Berichterstattung über den Warnstreik. Die Auswirkungen für die Fahrgäste der SWK werden noch den ganzen Dienstagabend andauern. Der reguläre Betrieb soll im öffentlichen Nahverkehr mit Betriebsbeginn am Mittwochenmorgen gegen vier Uhr wieder aufgenommen werden.

15.30 Uhr: Siegrun Grote, die an der Haltestelle "Rheinstraße auf einen Ersatzbus wartet, meint, dass man eigentlich mehr "lahmlegen müsste", um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben: "Man hätte die Streiks intensiver gestalten können", sagt sie. Grote ist Erzieherin im integrativen Familienzentrum an der Viktoriastraße und hat sich im letzten Jahr tatkräftig am "Kita-Streik" beteiligt.

Warum Sie am Warnstreik nicht teilnimmt? "Wir haben erst letzte Woche ein neues Konzept eingeführt, da wollten wir den Eltern und Kindern das nicht antun", sagt Grote. Normalerweise wäre sie mit den Kollegen nach Düsseldorf gefahren, um für mehr Lohn auf die Straße zu gehen. "Die Anforderungen an uns sind gestiegen, was die Pädagogik angeht und was darum herum noch passiert." Der Lohn für Erzieher habe sich dem bisher nicht angepasst.

15.20 Uhr: Irene Heise wartet an der Haltestelle "Rheinstraße" auf den Bus, der die Straßenbahn 044 ersetzt. "Ich warte jetzt seit einer halben Stunde, das ist bei dem Wetter natürlich nicht so toll", sagt sie. Am Dienstagmorgen sei die Fahrt zur Arbeit unproblematisch verlaufen. "Ich habe Verständnis für den Streik. Wenn der öffentliche Nahverkehr so organisiert wird, geht es ja auch."

14.13 Uhr: In insgesamt zehn Krefelder Kitas wurden Notgruppen eingerichtet. "Wir sind für den Streik. Die Arbeit für unsere Kinder muss schließlich entlohnt werden, die Erzieher gehen doch für 'n Appel und 'n Ei arbeiten", sagt Michaela Kox, die ihre dreijährige Tochter vom Familienzentrum an der Herbertzstraße abholt. Dort wurde im Vorfeld darum gebeten, dass nur berufstätige Eltern das Betreuungsangebot in der Notgruppe in Anspruch nehmen.

Mehmet Atalar ist eingesprungen, um gegen 14.15 Uhr seinen vierjährigen Enkel an der Herbertzstraße abzuholen. Normalerweise wär er bis 16 Uhr in der Kita geblieben", erklärt Atalar. Trotzdem habe er Verständnis für den Streik: "Schließlich bin ich auch Arbeiter."

13.35 Uhr: Wie Dominik Kofent, stellvertretender Geschäftsführer von Verdi, mitteilt, nehmen in Krefeld "etwa 400 Arbeitnehmer an dem Warnstreik am Dienstag teil. "Die Beteiligung bei Mitarbeitern der Stadt Krefeld und den Stadtwerken ist gut, wir sind zufrieden", sagt Kofent.

Um 10.48 Uhr teilt SWK-Pressesprecherin Dorothee Winkmann mit, dass die SWK den öffentlichen Nahverkehr "komplett" nach dem zuvor bekanntgegebenen Notfahrplan organisieren. Ganz im Gegensatz zu anderen Kommunen. "Wir hören aus umliegenden Städten, dass da kaum was läuft", sagt Winkmann und: "Die Kollegen haben ein Recht darauf, zu streiken."

Auf der anderen Seite seien die Kunden unzufrieden, wenn Busse und Bahnen nicht fahren, wie geplant.

"Dazwischen versuchen wir, den Betrieb mit dem Notfahrplan aufrechtzuerhalten." Wie viele Mitarbeiter der SWK sich am Dienstagmorgen vom Dienst abgemeldet haben, konnte die Pressesprecherin nicht sagen.

10.38 Uhr, bei der Sparkasse ist die Lage mehr als entspannt. "Wir haben keinerlei Meldungen aus den Filialen über personelle Engpässe", berichtet Pressesprecher Peter Bauland. "Das haben wir so auch erwartet. In den vergangenen Jahren haben uns die Warnstreiks nie sonderlich hart getroffen." Das liege zum einen daran, dass nur wenige Angestellte der Sparkasse auch Gewerkschaftsmitglieder seien, ein großer allgemeiner Leidensdruck oder große Unzufriedenheit sei für ihn auch nicht spürbar.

Um 8.50 Uhr haben sich circa 150 Streikende aus Krefeld vor der Fabrik Heeder getroffen, um mit drei Bussen in Richtung Düsseldorf zu fahren und an der dortigen Kundgebung teilzunehmen. Mario Anjuni (Mitte) und seine Kollegen von der Sparkasse Krefeld "fordern mehr Geld, keine Kürzungen bei den Versorgungsleistungen und genau so viel Urlaub für Azubis wie für Festangestellte."

6.30 Uhr: Die Rheinbahn hat bereits um 3 Uhr morgens mit dem Streik begonnen. Lediglich wenige Busse fahren. Auch die SWK streiken. Informationen über fahrende Busse sammeln die Stadtwerke auf ihrer Website und als Whatsapp-Service.

Ab Dienstag ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zum Warnstreik auf, in Krefeld wird es zu Engpässen in den Kitas kommen, und damit auch bei den Eltern der zu betreuenden Knirpse. Im Rathaus wird der Service eingeschränkt und besonders gravierend: Busse und Bahnen könnten stehenbleiben. An dieser Stelle werden wir ab 6.30 Uhr den Streiktag tickern.

Aufruf: Wenn Sie uns Ihre Erlebnisse vom Streiktag schildern möchten, erreichen Sie die Onlineredaktion über digitalredaktion@wz.de, Facebook und Twitter

Der Streikhashtag #troed bei Twitter

Informationen der Rheinbahn

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