Reisende im RE 7 waren kürzlich eingeschlossen: Ein technischer Defekt war Schuld, der Betreiber National Express gelobt Besserung.

Mitte Januar waren Fahrgäste im RE 7 im Krefelder Hauptbahnhof 40 Minuten im Zug eingeschlossen.
Mitte Januar waren Fahrgäste im RE 7 im Krefelder Hauptbahnhof 40 Minuten im Zug eingeschlossen.

Mitte Januar waren Fahrgäste im RE 7 im Krefelder Hauptbahnhof 40 Minuten im Zug eingeschlossen.

Archiv Andreas Bischof

Mitte Januar waren Fahrgäste im RE 7 im Krefelder Hauptbahnhof 40 Minuten im Zug eingeschlossen.

Krefeld. Es ist kein Einzelfall, aber das macht die Umstände nicht angenehmer: An einem Donnerstagvormittag Mitte Januar saßen etwa 50 Reisende im Hauptbahnhof fest, alle Zugtüren waren verriegelt, das Licht ausgeschaltet, keine Informationen verfügbar. Erst 40 Minuten später wurden sie aus dem defekten Zug gelassen.

National Express hat elektronische Daten ausgewertet

Der Betreiber der Linie RE 7 hat den Vorfall nun analysiert, „komplett alle Daten und jeden Handgriff nachvollzogen“, sagt Marcel Winter, Pressesprecher von National Express. „Wir wollen wissen, wo Fehler gemacht worden sind.“ Das Fazit: Der „Fehler“ liege nicht im (Notfall-)System, sondern beruhe eher auf einer Nachlässigkeit. 

Was war passiert: Gegen 7.15 Uhr war der Zug an jenem Tag aus Richtung Köln in die Endstation Krefeld eingerollt, der Triebwagenführer verlässt sein Cockpit und begibt sich ans Zugende, um später von dort den Zug Richtung Köln zu dirigieren. Doch die sogenannte Aufrüstung dieses Cockpits scheitert: Eine Fehlermeldung zeigt an, dass der Stromabnehmer nicht funktioniert.

Während der Zug am Bahnsteig steht und sich füllt, versucht der Fahrer, den Defekt zu beheben. Etwa zur geplanten Abfahrtszeit, gegen 7.38 Uhr, setzt er alle Systeme auf Null – nicht ohne vorher die Fahrgäste mit einer Durchsage über die Störung zu informieren. „Um 7.39 Uhr wurden dann alle Türen zwangsgeschlossen“, berichtet Marcel Winter.

Strom aus, Schlüssel raus, Neustart – doch das System reagiert nicht. Gegen 7.45 Uhr seien die Türen wieder kurzfristig zu öffnen gewesen, aber das habe wohl kein Fahrgast bemerkt, erläutert Winter. Die sitzen nach der ersten Durchsage ohne jede weitere Information fest.

„Einige Fahrgäste haben die Sprechstellen genutzt, die auch im Notfall funktionieren“, sagt Winter. Ob sie eine Antwort des Fahrers erhalten haben, kann Winter nicht sagen. Erst um 8.18 Uhr öffnet der Triebwagenfahrer die Türen per Notöffnung.

Triebwagenfahrer konzentriert sich auf die Reparatur

Panik, Angst, Unsicherheit oder Gelassenheit – Menschen reagieren unterschiedlich auf das Eingesperrtsein. „Eine Handvoll“ hätte sich danach gemeldet, berichtet Winter. Ihre Angaben seien aber widerprüchlich.

Winter bedauert den technischen Fehler und seine Folgen. Der Triebwagenfahrer habe intensiv versucht, den Fehler zu beheben und dabei versäumt, die ratlosen Reisenden zwischendurch zu informieren. Auf die Idee, sie aussteigen zu lassen, da der Zug am Bahnsteig stand, sei er nicht gekommen. „Jeder Fahrgast hätte in einem Notfall zu jeder Zeit den Zug verlassen können“, betont Winter. „Im Wageninnern gibt es Notentriegelungen.“

Der Pressesprecher fordert Reisende ausdrücklich auf, Mängel und Beschwerden im Bereich Kundendialog zu melden. „Was wir beheben können, ändern wir.“

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