Polizei zieht Bilanz der tollen Tage: 39 Personen landeten in der Zelle.

Polizeibeamte kontrollieren betrunkene Jugendliche nach dem Krefelder Rosenmontagszug.  
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Polizeibeamte kontrollieren betrunkene Jugendliche nach dem Krefelder Rosenmontagszug. (Archiv

Polizeibeamte kontrollieren betrunkene Jugendliche nach dem Krefelder Rosenmontagszug. (Archiv

Mirko Braunheim

Polizeibeamte kontrollieren betrunkene Jugendliche nach dem Krefelder Rosenmontagszug. (Archiv

Krefeld. Es ist kein Resümee des Frohsinns und der Freude, das die Polizei nach dem Krefelder Rosenmontag ziehen musste. 31 Personen landeten im Verlauf des Abends in der Gewahrsamzelle - der jüngste "Gast" war gerade mal 16 Jahre alt.

Acht besonders auffällige Krawallmacher wurden nach der Strafprozessordnung vorläufig festgenommen: Sie müssen mit Strafverfahren wegen Körperverletzung und Widerstandes rechnen.

"Das Verhalten zahlreicher Jugendlicher und Heranwachsender war von Respektlosigkeit gegenüber der Polizei gekennzeichnet", fasst Polizeisprecher Wolfgang Lindner zusammen. Vier verletzte Beamte - von der blutig geschlagenen Lippe bis zum Nasenbeinbruch - hat es am Rande und nach einem Rosenmontagszug in Krefeld bislang noch nicht gegeben.

Auf der anderen Seite, so Lindner, hätten Kollegen und Kolleginnen beim Einschreiten gegen Randalierer "Szenenapplaus" erhalten. 16 Körperverletzungen registrierte die Polizei bis zum späten Abend.

Neun alkoholisierte Jugendliche wurden dem Jugendamt übergeben. Auf das kommt jetzt viel Arbeit zu. Leiter Norbert Axnick: "Zusammen mit Verberg und Uerdingen kommen wir auf 53 betrunkene Minderjährige.

Um die alle nebst ihren Erziehungsberechtigten zu einem Gespräch zu bitten, dafür fehlt es uns an Personal." Realistisch seien wohl "15 bis 20 Einzelgespräche". Zunächst finde ein Austausch der Adressen mit der Familienhilfe und der Jugendgerichtshilfe statt.

Sollten die Betroffenen dort bereits bekannt sein, würden sie von den Mitarbeitern "übernommen". Sollten zum Beispiel Strafverfahren gegen einen Trunkenbold laufen, könne dies weiterreichende Konsequenzen haben. "Erschreckend", so Axnick, "ist allerdings die Vorerfahrung, die Jugendliche mit Alkohol haben: "Da hat ein 16-Jähriger 1,6 Promille und er steht auf den Beinen und spricht noch."

Mindestens 27 Krefelder haben sich am Rosenmontag ins Krankenhaus getrunken. Unter den drei Jugendlichen war eine 17-jährige mit 2,7 Promille die "Spitzenreiterin". Am Dienstag kam in Hüls noch eine Jugendliche hinzu. Möglicherweise verhinderten Polizeibeamte Schlimmeres: 58 Jugendlichen wurde der Alkohol abgenommen und direkt "entsorgt" - meist Wodka und Alcopops.

Mit insgesamt sieben alkoholisierten Jugendlichen (eine 13-Jährige hatte 0,84 Promille), zehn Platzverweisen und einer Ingewahrsamnahme verlief laut Einsatzleiter Wilhelm Maaßen der Hülser Zug im Vergleich zu den vorausgegangenen "problemlos".

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