Bewaffneter Raubüberfall an der Philadelphiastraße im September 2009: Richter sieht keinen Grund für Milde.

Krefeld. Zweimal sechs und einmal sieben Jahre Haft verhängt das Landgericht gegen ein Trio, das am 10. September letzten Jahres maskiert und mit Messern bewaffnet die Tankstelle Philadelphia-/ Schwertstraße überfallen und rund 300 Euro erbeutet hat. Ganze zwei Tage davor hatten zwei der Verurteilten in Duisburg mit einer Schreckschusspistole eine andere Tankstelle in Hochfeld ausgeraubt. Hier holten sie 800 Euro aus der Kasse.

Das Trio lebte von Gelegenheitsjobs und konnte nichts mehr einkaufen.

Das Gericht unter Vorsitz von Herbert Luczak schließt sich mit seinen Urteilen dem Plädoyer der Staatsanwältin an und verhängt zweimal die Mindeststrafe für gemeinsamen besonders schweren Raub und räuberische Erpressung. Die drei Männer sind zwischen 24 und 27 Jahre alt, sie stammen aus Jordanien und Somalia. Grund für die Überfälle war Geldnot. Sie lebten von Gelegenheitsjobs und waren nicht mehr in der Lage, Lebensmittel, vor allem aber Alkohol, zu kaufen.

Zu Wort kommt im Gericht auch sein Sachverständiger, der sich zur Drogenabhängigkeit von Abdi E. äußert. Bei ihm würden zwar "episodenhafte Psychosen" auftreten, die jedoch keine tatrelevante Bedeutung hätten.

Abdi habe zwar nur an einem Überfall teilgenommen, stellt der Richter fest, da er jedoch erheblich vorbestraft ist, kämen mildernde Umstände für ihn nicht in Frage. Richter Luczak: "Sie waren vorbelastet, also waren sie auch vorgewarnt." Drogen und Alkohol wären kein Milderungsgrund. Das Urteil, so Richter Luczak, läge nur ein Jahr über der Mindeststrafe. In seinem Schlusswort sagt Abdi E.: "Der Alkohol hat mein Leben kaputt gemacht."

Bei den zu je sechs Jahren Verurteilten Mohammad M. und Mohammad E. sah das Gericht Milderungsgründe in einem frühen Geständnis noch am Tag der Tat und darin, dass Vorstrafen nicht vorlagen.

Dem Trio kam die Polizei deshalb so schnell auf die Spur, weil Mohammad E bei dem Überfall in Duisburg vom Tankwart erkannt worden war. Er kannte ihn als Kunden und konnte der Polizei den Namen nennen.

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