Mitglieder fürchten um ihre Kleingärten, wenn die Mündelheimer Straße ausgebaut wird.

Uerdingen
Sie kämpfen für den Erhalt (v.l.): Claudia Dohr, Ralf Dohr, Uwe Thoennissen und Christian Ross in der Kleingartenanlage Rheinbrücke. Archiv

Sie kämpfen für den Erhalt (v.l.): Claudia Dohr, Ralf Dohr, Uwe Thoennissen und Christian Ross in der Kleingartenanlage Rheinbrücke. Archiv

Dirk Jochmann

Sie kämpfen für den Erhalt (v.l.): Claudia Dohr, Ralf Dohr, Uwe Thoennissen und Christian Ross in der Kleingartenanlage Rheinbrücke. Archiv

Krefeld. Die Mitglieder des Gartenbauvereins (GBV) Rheinbrücke fürchten um ihre Kleingärten und ihre Gemeinschaft in Uerdingen. Die Stadt will die Mündelheimer Straße ausbauen und benötigt dafür einen Teil des angrenzenden Geländes. Acht Kleingärten und das Vereinsheim werden der Straße weichen, wenn die Pläne wie vorgesehen verwirklicht werden. Der GBV wehrt sich mit Macht dagegen. Bei einer Mitgliederversammlung informierte der Vorstand am Sonntag etwa 45 Mitglieder über den aktuellen Stand.

Neue Nachrichten gibt es von der Stadt nicht. Zwei Varianten werden diskutiert. Einmal blieben die neben dem reduzierten Kleingartengelände gelegene Tankstelle und ein Gewerbegebiet erhalten – um acht Gärten und das Vereinsheim beschnitten. In Variante zwei hat die Tankstelle Bestand, daneben ist eine öffentliche Grünfläche mit einem verschwenkten Radweg vorgesehen. In dieser Version würde die gesamte Anlage verschwinden.

Der Vorstand und die Mitglieder haben sich am Sonntag noch einmal klar positioniert und haben den Bürgerverein Uerdingen an ihrer Seite: Alle befürworten leicht abgewandelt Variante eins: Die Kleingärten sollen in den Abschnitt verlegt werden, der als öffentliche Grünfläche geplant ist.

Die Menschen seien bedrückt, berichtet Vorstandsmitglied Ralf Dohr von dem Treffen. „Es gibt Mitglieder, die darauf setzen, dass nur viel geredet wird, aber nichts passiert.“ Darauf dürfe man sich aber nicht verlassen. „Das Wohnbauprojekt Rheinblick und der Ausbau der Mündel-heimer Straße haben in der städtischen Planung hohe Priorität“, sagt Dohr. „Das Thema ist jetzt auf dem Tisch. Wir müssen handeln.“

Das wollen die Mitglieder. Mit Unterschriftenlisten ziehen sie nun durch Freundes- und Bekanntenkreis, suchen die Unterstützung von Nachbarn und Geschäftsleuten. Auch online kann man das Anliegen des Gartenbauvereins Rheinbrücke unterstützen: Am Sonntag hat Vorstandsmitglied Ralf Dohr die Petition im Internet freigeschaltet, 177 Menschen haben am ersten Tag unterschrieben.

Dohr sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Auch wenn wir die Ausgleichsfläche bekommen, werden die Gärten und Vereinsmitglider unter der Bauphase leiden.“ Fraglich sei, ob die Anlage überhaupt zugänglich bliebe. „Aber wenn wir diesen Kampf jetzt gewinnen, nehme ich das in Kauf. Hauptsache, die Gemeinschaft selbst bleibt erhalten und wir bleiben da.“

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