Mehr als 100 000 Tonnen Luftfracht schlägt das Cargo-Zentrum jährlich um. Ein Blick hinter die Kulissen.

In der 12 000 Quadratmeter großen Halle wird rund um die Uhr Luftfracht gelagert und verpackt.
In der 12 000 Quadratmeter großen Halle wird rund um die Uhr Luftfracht gelagert und verpackt.

In der 12 000 Quadratmeter großen Halle wird rund um die Uhr Luftfracht gelagert und verpackt.

Ware, die auf ihre Sicherheit überprüft wurde, wird zum Flugzeug gebracht.

150 Särge werden monatlich ins Ausland befördert.

Bernd Nanninga, Bild 1 von 3

In der 12 000 Quadratmeter großen Halle wird rund um die Uhr Luftfracht gelagert und verpackt.

Düsseldorf. Schon vor der Tür wird klar: Hier wird Sicherheit groß geschrieben. Ohne elektronische Zugangskarte scheitert man bereits an der ersten Tür zu der 12 000 Quadratmeter großen Frachthalle der Flughafen Düsseldorf Cargo GmbH (FDCG). Im Inneren geht es erstaunlich ruhig zu. Auf den riesigen blauen Regalen lagern Europaletten. Dazwischen surren Gabelstapler mit Kisten voller Lebensmittel, Pflanzen, Kleidung, Maschinenteile oder Textilien – alles verpackt, um von Düsseldorf aus in die Welt zu starten.

Von Düsseldorf fliegt Ware zu 182 Flughäfen auf der Welt

20 Prozent des Exportvolumens der Bundesrepublik wird in NRW hergestellt. Gemeinsam mit der Nähe zu den Benelux-Ländern heißt das für das Cargo-Team: viel zu tun. „Scherzhaft gesagt ist Düsseldorf der zweitgrößte Flughafen Hollands“, sagt Geschäftsführer Gerton Hulsmann. Mehr als 100 000 Tonnen Fracht wurden 2010 (deutschlandweit 4,2 Millionen) von hier aus zu 182 Zielen geschickt.

Hinter Uwe Lascheit rangiert ein Stapler mit einem Sarg. Kein seltener Anblick für den Betriebsleiter, monatlich gehen rund 150 Särge durch die Halle: „Das sind meistens Leichen türkischer Mitbürger, die zurück in die Heimat geflogen werden.“ Die verhüllten Särge werden im Bauch eines Flugzeuges festgezurrt.

In den vergangenen Jahren steigt das Passagieraufkommen des Flughafens. Nicht, weil mehr Flieger starten und landen. Aufgrund der Flugzeitbeschränkung sind dem Grenzen gesetzt. Die Fluggesellschaften setzen vermehrt größere Flugzeuge ein. Davon profitiert auch die FDCG, da mehr als 90 Prozent der Waren als Beifracht in den Passagierfliegern unterwegs sind. „In einem Airbus A320 können neben Passagieren und Gepäck zwei Tonnen Luftfracht verstaut werden. In einem A330 sind es 20 Tonnen“, erklärt Gerton Hulsmann.

Alles, was im Cargo-Zentrum verpackt wird, wird überprüft

Nicht immer geht es für eine Lieferung, die mit dem Lkw gebracht wird, mit dem Flugzeug weiter. Teilweise wird sie luftfrachttauglich verpackt und geht ebenfalls per Lkw zu anderen Flughäfen. Zum Beispiel, weil Düsseldorf die Zielflughäfen nicht auf dem Plan hat. „Bevor dann mehrere Lkw nach Frankfurt fahren, wird hier gebündelt“, sagt Hulsmann.

Die Flughafen Düsseldorf Cargo GmbH wurde 2001 gegründet und ist eine hundertprozentige Tochter der Flughafen GmbH.

Seit Gründung der FDCG wurden 816 000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen. 2010 waren es rund 100 400 Tonnen, 30 Prozent mehr als 2009.

Das Cargo-Team besteht aus 160 Mitarbeitern, die an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich im Einsatz sind.

Alles, was mit Lkw im Cargo-Zentrum ankommt, wird sicherheitsüberprüft – und muss durch ein Röntgengerät. Waren, die aus dem Ausland landen, wie Fisch aus Vietnam oder Blumen aus Bangkok, werden bei der Grenzkontrolle untersucht. Ab und zu haben es Lascheit und seine Kollegen auch mit Gefahrgut zu tun. Lacke, Farben oder Feuerzeuge werden besonders geprüft. Dann wird auch der Kapitän über die sensible Ware an Bord informiert. Nicht selten fliegt radioaktives Material mit. „Das sind dann Medikamente für Krebspatienten. Da kann dank der Luftfracht geholfen werden“, sagt Hulsmann.

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