Der Flughafen ist seit zwei Tagen mit Krisenbewältigung beschäftigt. Reisende haben sich ihren Ort der Trauer im Terminal geschaffen.

Der Trauerort (Foto oben) entstand ungeplant, der Airport reagierte und legte ein Kondolenzbuch dazu, in das sich viele gestern eintrugen (unten).
Der Trauerort (Foto oben) entstand ungeplant, der Airport reagierte und legte ein Kondolenzbuch dazu, in das sich viele gestern eintrugen (unten).

Der Trauerort (Foto oben) entstand ungeplant, der Airport reagierte und legte ein Kondolenzbuch dazu, in das sich viele gestern eintrugen (unten).

Der Trauerort (Foto oben) entstand ungeplant, der Airport reagierte und legte ein Kondolenzbuch dazu, in das sich viele gestern eintrugen (unten).

Lepke, Bild 1 von 2

Der Trauerort (Foto oben) entstand ungeplant, der Airport reagierte und legte ein Kondolenzbuch dazu, in das sich viele gestern eintrugen (unten).

Düsseldorf. Kerzen anzuzünden ist auf dem Düsseldorfer Flughafen streng verboten – seit gestern gibt es aber eine Ausnahme. In der Abflughalle haben Menschen begonnen, Botschaften an die Opfer der Flugzeugkatastrophe zu hinterlassen und auch Kerzen anzuzünden. Viele Menschen hinterließen dort gestern ihre Gedanken und Beileidsbekundungen, viele blieben stehen – manche mit Tränen in den Augen, andere, um ein Handyfoto zu machen.

Nach den Ausfällen vom Dienstag lief zumindest der Flugbetrieb am Airport gestern wieder weitestgehend normal, laut Unternehmen wurde einzig die Germanwings-Barcelona-Verbindung annulliert. Einige Mitarbeiter der Airline sahen sich aber gestern außerstande, ihren Dienst anzutreten, weil sie Kollegen aus der Unglücksmaschine gut kannten. Andere Gesellschaften wie Lufthansa und Air Berlin halfen aus, damit die Flüge trotzdem starten konnten.

Thema des Tages

Der Absturz

Um 10.53 Uhr kehrte allerdings völlige Ruhe im Terminal ein, Mitarbeiter und Fluggäste beteiligten sich an einer Minute der Trauer. Doch auch sonst war die gedrückte Stimmung auch gestern noch spürbar.

Alper Capan gehört zu jenen, die an dem Trauerort eine Kerze aufstellten: „Mir war einfach danach“, sagt er zur Begründung. Das Unglück einer deutschen Maschine fühle sich näher an als andere Unglücke, er habe großes Mitleid mit den Familien der Opfer.

Sehr nah fühlt sich auch Pedro Soriano den Angehörigen, vor allem denen der Schüler aus Haltern. Er ist selber Lehrer, seine Klasse aus Zaragoza war gestern auf dem Rückweg von einem Besuch am Comenius-Gymnasium in Oberkassel. Bei seinen Schülern habe er zum Glück keine besondere Angst vor dem Flug Richtung Barcelona gespürt: „Ich glaube, das sickert erst langsam ein, sie sind heute mehr mit dem Abschied beschäftigt.“

Das Frühjahr ist die typische Zeit solcher Schulprogramme, so ist zum Beispiel auch eine Gruppe des Annette-Gymnasiums in Benrath gerade bei einer Partnerschule auf Gran Canaria – was bei Schulleiterin Brigitte Vinke eine gewisse Nervosität auslöst, wie sie gestern der WZ sagte: „Ich glaube, viele sind froh, wenn sie am Freitag wieder zurück in Düsseldorf sind.“

Flughafen ist auf ein solches Szenario vorbereitet

Der Airport selber bekam gestern Lob für sein Krisenmanagement, auch von überregionalen Medien. Die Betreuung der Angehörigen dauert an, viele werden heute mit einer Maschine zum Unglücksort gebracht. Ein Teil hatte bereits das Angebot genutzt, mit einer Maschine nach Barcelona aufzubrechen.

Der Krisenstab am Airport war gestern weiter im Dienst, Sprecher Thomas Kötter gab einen Einblick in die ersten Entscheidungen, die am Dienstag getroffen werden mussten: „Wir wären aber ein schlechter Flughafen, wenn wir nicht auf ein solches Szenario vorbereitet gewesen wären.“ Improvisiert werden müsse dennoch. Die Betreuung der Angehörigen habe unter anderem im Fokus gestanden. Günstig war, dass der dafür im Krisenplan vorgesehene Ort nur wenige Meter vom Gate 1 entfernt liegt, wo die Reisenden aus Barcelona normalerweise ankommen.

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