Anfang März soll der Mega-Supermarkt in Düsseldorf mit 500 Gastronomie-Sitzplätzen eröffnen. Der Innenausbau läuft. Ein Besuch.

Anfang März soll der Mega-Supermarkt mit 500 Gastronomie-Sitzplätzen eröffnen. Der Innenausbau läuft. Ein Besuch.
Die Fassade des „Crown“ ist nahezu fertig. Hinter der neuen Fassade verbergen sich drei Parkgeschosse.

Die Fassade des „Crown“ ist nahezu fertig. Hinter der neuen Fassade verbergen sich drei Parkgeschosse.

Über ein langes Rollband werden die beiden Supermarkt-Etagen verbunden.

Simulation der Fischtheke im Untergeschoss. Simulation: Zurheide

Blick auf den Seiteneingang Berliner Allee.

Die Leitungen unter den Kühltheken werden verlegt.

Im Untergeschoss des Marktes trocknet der Fußboden.

Sergej Lepke, Bild 1 von 6

Die Fassade des „Crown“ ist nahezu fertig. Hinter der neuen Fassade verbergen sich drei Parkgeschosse.

Düsseldorf. Die Baustelle gleicht einem Wimmelbild, nur dass alles in Bewegung ist. Dutzende Arbeiter bevölkern das gewaltige Erdgeschoss des alten Kaufhofs und neuen Supermarkts Zurheide. Sie schrauben, schleppen, hämmern, begutachten. Im Stehen, Liegen und auf Knien. Hebebühnen fahren piepsend unter die Decke, wo nagelneue Rohrleitungen blitzen. Aus einem auf dem abgeklebten Boden stehenden Kofferradio scheppert Techno. Eine Bohrmaschine kreischt. Es riecht neu – nach frischem Beton, Gummimänteln von Kabeln und Klebstoff.

Mittendrin im Gewimmel steht Rüdiger Zurheide, Sohn von Unternehmensgründer Heinz Zurheide und zuständig für Personal und Tagesgeschäft. Er wirkt gut gelaunt, vielleicht sogar erleichtert. Denn wie es aussieht, kann Zurheide in der ersten Märzwoche seinen Mega-Supermarkt mit 65 000 Produkten auf einer Fläche von 9500 Quadratmetern für den Markt und 2000 Quadratmetern für die Gastronomie eröffnen.

Das stand zuletzt auf der Kippe, weil sich tiefe Risse im Estrich in einem Teil des Fußbodens gebildet hatten. Jetzt ist das Gutachten da und die Koerfer-Gruppe bestätigt als Eigentümer und Bauherr auf Anfrage, dass der Schaden mit einer Glasfaserbeschichtung repariert werden kann, ohne, dass der Boden neu gemacht werden muss. Schon wieder der Boden also. Er war schon zuvor zur größten Herausforderung für das Bauprojekt geworden. Mit einer Betonplatte musste Gefälle ausgeglichen werden. Die statischen Berechnungen hatten das 70-Millionen-Projekt um Monate zurückgeworfen. Eigentlich sollte der Markt längst geöffnet sein. „Das zehrt schon an den Nerven“, sagt Zurheide. Eine niedrige zweistellige Millionensumme hat das Unternehmen investiert und einen Mietvertrag über 15 Jahre abgeschlossen. „Wir setzen hier alles aufs Spiel.“

Viele Theken, Truhen und Regale stehen schon an ihrem Platz

Um jetzt endlich fertig zu werden, gehen Zurheide und die Koerfer-Gruppe ungewöhnliche Wege. Obwohl der Umbau zum „Crown“, wie das Gebäude an der Ecke Berliner Allee und Graf-Adolf-Straße jetzt heißt, noch nicht fertig ist, hat Zurheide mit dem Innenausbau begonnen. Da sich da nun zum Teil die Handwerker in die Quere kommen, wackelt der Eröffnungstermin immer noch ein bisschen. Aber Zurheide gibt sich optimistisch.

Der Markt nimmt langsam Formen an. Mitten im Raum liegen zwei Arbeiter unter einer massiven Kühltheke und verlegen Leitungen. An vielen Stellen stehen Theken, Truhen und Regale an ihrem Platz. So lässt sich die Struktur des Markts bereits erahnen.

Zurheide weist auf den Seiteneingang an der Berliner Allee. Daneben lässt sich die Fenster-Front zur Straße hin öffnen, die Theke für die hauseigene Eis-Manufaktur und Patisserie steht. Von dort aus wird sich über die Seite Graf-Adolf-Straße mit dem Haupteingang bis hin zum zweiten Seiteneingang an der Oststraße Gastronomie an Gastronomie reihen. Darunter das vegetarische Buffet-Restaurant, die Sushi-Bar oder der Bäcker.

Der eigentliche Supermarkt beginnt erst weiter im Gebäude, die Grenze markieren noch im Halbkreis angeordnete Kabelstrippen, die aus dem Boden ragen. Das sind die Anschlüsse für insgesamt 28 Kassen, acht zum Selberscannen.

Auf 800 Quadratmetern werden sich nur Bioprodukte finden

Eine Besonderheit, alleine auf 800 Quadratmetern wird es Bio-Waren geben. Auch ungewöhnlich ist ein zehn Meter langes, ovales Loch im Boden, durch das der Blick in die untere Etage fällt. „So wollen wir die Kunden auf die zweite Ebene aufmerksam machen.“

Hinunter geht es über ein langes Rollband oder den Aufzug. Hier ist der Innenausbau noch nicht so weit fortgeschritten. Auf einer handballfeldgroßen Fläche, die aussieht wie eine frisch hergerichtete Eisbahn, trocknet gerade der Beton-Fußboden. Zudem lagert er in flüssiger Form in gestapelten Fässern. An den Wänden kleben die weißen Fliesenspiegel – für die Fisch- und Fleischtheken.

Auch auf dieser Etage gehört Essen und Trinken zum Konzept, etwa mit dem Gourmet-Bistro und der Champagner-Bar. „Insgesamt wird es rund 500 Sitzplätze in der Gastronomie geben“, sagt Zurheide. 40 Prozent des Umsatzes sollen so gemacht werden.

Die Getränke-Abteilung ist nur in kleinerer Dimension geplant. „Ein großer Getränkemarkt mit Kästen passt nicht zum Standort.“ Darüber hinaus bietet der Markt das gesamte Discounter-Sortiment, aber auch Kobe-Rind für 500 Euro das Kilo, eine Weinsorte für 1000 Euro die Flasche oder ein Kilo Kaffee für 79,90 Euro.

Bleibt die Frage, welchen Einfluss der Megamarkt auf sein Umfeld haben wird. Zurheide: „Es wird uns merken.“

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