Rat segnet zusätzliche Millionen einstimmig ab. Viel Kritik an OB Geisel. Mehrheit auch für Kö-Bogen II-Baupläne.

So soll der Gründgens-Platz in Zukunft aussehen. Simulation: Stadt D’dorf
So soll der Gründgens-Platz in Zukunft aussehen. Simulation: Stadt D’dorf

So soll der Gründgens-Platz in Zukunft aussehen. Simulation: Stadt D’dorf

Stadt D’dorf

So soll der Gründgens-Platz in Zukunft aussehen. Simulation: Stadt D’dorf

Düsseldorf. Trotz heftigen Streits hat der Stadtrat am Abend die Sanierung des Schauspielhauses in wesentlichen Teilen einstimmig gebilligt. Damit ist die Zukunft des Theaters am Gustaf-Gründgens-Platz gesichert.

Dafür wurden zusätzliche 4,85 Millionen Euro (insgesamt jetzt: 20,9 Millionen Euro) für die technische Gebäudeausstattung (Heizung, Lüftung, Elektrik) sowie Planungsmittel für 750 000 Euro für die Sanierung von Dach und Fassade abgesegnet. Weitere Maßnahmen wie die Herrichtung des Foyers oder eines neuen Kassenbereiches sollen erst im Aufsichtsrat diskutiert werden, „jetzt muss zunächst das notwendigste für das Schauspielhaus getan werden“, sagte Manfred Neuenhaus (FDP).

Zuvor hatte CDU-Bürgermeister Friedrich Conzen scharfe Attacken gegen OB Geisel geritten, weil der die Sanierung des Schauspielhauses und seinen Standort an sich am Gründgens-Platz in Frage gestellt habe: „Das waren dreiste, unverschämte Überlegungen und Vorschläge, die die Kulturstadt Düsseldorf bundesweit in Verruf gebracht haben.“

Geisel war bei diesem Thema zunächst nicht anwesend, er musste den Weihnachtsmarkt eröffnen. Dann kam der OB, nannte manchen Beitrag in der öffentlichen Debatte „hysterisch“ und konstatierte gleichsam im Nachhinein: „Es hat sich eine breite Solidaritätsbewegung mit dem Schauspielhaus gezeigt, darauf kann man jetzt aufbauen.“ Geisel warb dafür, genau zu eruieren, wie die Bürgerschaft auch finanziell bei der Sanierung des Hauses eingebunden werden kann. Der zunächst sehr moderate Manfred Neuenhaus ging auf die Barrikaden, weil Geisel das Schauspielhaus „verwahrlost“ genante habe: „So was habe ich noch nicht erlebt, Sie hätten mal zugeben müssen, dass sie sich geirrt und völlig verrannt haben“, rief er Geisel zu.

Beim Kö-Bogen-Projekt ist das Grundwasser ein Problem

Der Gustaf-Gründgens-Platz stand dann auch beim Großprojekt Kö-Bogen II auf der Agenda des Rates. So standen die Verabschiedung des Bebauungsplans (mit der Mehrheit von CDU, SPD und FDP) und eine notarielle Vereinbarung zwischen Stadt und Investor an. Letztere birgt Zündstoff. Es geht um die Zusicherungen, die Geisel Schauspielhaus-Intendant Schulz gemacht hat. Danach wird der Proben- und Spieltermin zunächst 2017 für das Wilson-Projekt und dann ab Sommer 2018 generell zugesichert – obwohl der Bau des Kö-Bogens nebenan noch läuft. Heißt: Wenn Schauspieler auf der Bühne stehen, stehen die Bagger still. Strittig bleibt, ob das Schauspielhaus im Glaspavillon einen Ticketshop mieten kann, denn im Vertrag ist von „marktüblicher Miete“ die Rede, die zu teuer sein dürfte.

Die CDU äußerte große Bedenken in punkto Grundwasserschutz. Andreas Hartnigk verlangte ein Gutachten, dass der Bau der Tiefgarage mit fünf Geschossen gefahrlos möglich sei, sonst müsse der Investor weniger tief bauen. Umweltdezernentin Helga Stulgies räumte ein, dass dieses Gutachten nach wie vor nicht vorliegt. Kommt es nicht, muss neu geplant werden, was eine erneute Verzögerung von sechs Monaten bedeuten würde.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer