Die Dissonanzen in der ASG waren auch beim Semesterstart und der Verabschiedung von Markus Kiefer deutlich zu spüren.

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Eher kühl verlief der Abschied von Markus Kiefer (links) und Monsignore Rolf Steinhäuser.

Eher kühl verlief der Abschied von Markus Kiefer (links) und Monsignore Rolf Steinhäuser.

Judith Michaelis

Eher kühl verlief der Abschied von Markus Kiefer (links) und Monsignore Rolf Steinhäuser.

Düsseldorf. Zwei Programmpunkte hatte die Semestereröffnung des ASG-Bildungsforums am Freitagabend. Neben den Fragen zur Führungskultur, denen sich das Kuratorium der ASG stellte, wurde mit der Verabschiedung des ehemaligen ASG-Chefs Markus Kiefer ein Beispiel aus dem Leben gesetzt.

Hintergrund ist, dass Kiefer eine Umwandlung der ASG in eine GmbH oder eine Stiftung anstrebte, welche die ASG vom Bistum weitgehend unabhängig gemacht hätte.

ASG-Vorstandsmitglied Stadtdechant Rolf Steinhäuser dazu knapp: "Der geschäftsführende Vorstand der ASG favorisiert andere Pläne." Für mächtig Wirbel und Nervosität hatte in der Kirchenspitze offenbar ein WZ-Bericht gesorgt, der erstmals die Hintergründe für die Dissonanzen in der ASG öffentlich gemacht hatte.

Kühl würdigte Steinhäuser die Verdienste von Markus Kiefer

Für das Zerwürfnis wählte Steinhäuser das Bild zweier Parteien, die am Ende einer Koalition auseinander gehen, um dann deutlich zu machen, was er in Zukunft von den ehemals im Haus der ASG vereinten Parteien erwartet.

"Wenn sie über ein bestimmtes Maß an politischer und menschlicher Kultur verfügen, trennen sie sich, ohne sich unnötig zu verletzen und Schmutz auf die vergangenen Jahre zu werfen."

Kühl auch Steinhäusers Würdigung der Leistungen des ehemaligen ASG-Chefs, zu denen der positive Imagewandel der ASG oder die viel beachteten, hochkarätig besetzten Vorträge und Diskussionen gehören. Monsignore Steinhäuser zitierte Kiefers Verdienste nämlich allesamt aus einer gemeinsamen Presseerklärung vom 29. Mai.

Im Gegenzug bedankte Kiefer sich bei Steinhäuser vor allem dafür, dass er ihn zur ASG geholt hat. Den Kuratoriumsmitgliedern dankte er dagegen für ihre fortwährende Unterstützung.

Herzlicher geriet die Laudatio von Handwerkskammer-Präsident Wolfgang Schulhoff, der den Balanceakt schaffte, seinen persönlichen Ärger über die Demission Kiefers nicht deutlich werden zu lassen.

Er habe in Markus Kiefer einen Menschen getroffen, der mit ähnlichen Wertevorstellungen ausgestattet sei wie er selbst. Die gesellschaftspolitische Ausrichtung der ASG sei richtig gewesen, vom gemeinsamen Engagement der Handwerkskammer mit der ASG "ist nichts zurückzunehmen oder zu bereuen.

Im Gegenteil", sagte Schulhoff. Sie seien weit und breit die einzigen gewesen, die lange Zeit vor der Krise in gemeinsamen Veranstaltungen Warnzeichen gesetzt hätten. "Das haben wir über die ASG gemacht, mein lieber Monsignore", lud Schulhoff die zerstrittenen Parteien zur Versöhnung ein.

Das ASG-Kuratorium hatte von der Trennung aus der Zeitung erfahren

Zu Kiefers Verdiensten zähle es, die ASG für gesellschaftliche Themen geöffnet und so "wieder verstärkt in das Bewusstsein der Stadt Düsseldorf" gerückt zu haben."

Kiefer erntete zum Abschied anerkennenden Applaus und viele persönliche Worte. Auch von den Kuratoriumsmitgliedern wie Schulhoff oder Messechef Werner Dornscheidt, die über die Trennung von Kiefer nur aus der Zeitung erfahren hatten. Ihre Enttäuschung sitzt tief, und ob sie dauerhaft weiter dem Gremium angehören, ist fraglich.

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