DHL: Größte deutsche Zustellbasis ist an der Kölner Straße. Zuletzt gab’s ein 14,8 Prozent-Plus.

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Die Boten verladen die Pakete in ihre Transporter.

Die Boten verladen die Pakete in ihre Transporter.

Bernd Nanninga

Die Boten verladen die Pakete in ihre Transporter.

Düsseldorf. Kalt ist es in der großen Halle an der Kölner Straße, und sehr hektisch. Weit über 100 gelbe Wagen parken an den geöffneten Toren und warten darauf, beladen zu werden. Bereits seit kurz vor 3Uhr treffen Laster mit Paketen und Päckchen in der Zustellbasis ein, die nun eiligst von 174 Paketboten in die Transporter verladen werden. Aus vorsortierten Rollwagen schleppen sie große und kleine Kartons aus der Halle. An die 200 Päckchen muss jeder von ihnen an diesem Tag zu seinem Bestimmungsort bringen. Bis zu den Feiertagen wird sich dies noch steigern.

Die DHL-Stelle ist die größte Zustellbasis Deutschlands. Auf 73 000 Quadratmetern werden Päckchen und Pakete auf die Zustellwagen verteilt. Auf den meisten prangen die Namen großer Versandhäuser und Internet-Shops, einige sind in Geschenkpapier eingewickelt.

Ob Hundefutter oder Kaminholz: Fast alles kommt per Auto

"Der Weihnachtsversand hat für uns schon im November begonnen", sagt DHL-Sprecher Achim Gahr. Erst waren es vor allem Bestellungen von Geschäften und Kaufhäusern, nun kommen auch die privaten Päckchen hinzu.

Die Innenstadt ist jetzt voll, aber parallel boomt das Geschäft mit dem Einkauf von zu Hause aus: "Durch den verstärkten Versand von Online-Bestellungen hatten wir im Vergleich zum Vorjahr in den letzten Monaten zwischen vier und fünf Prozent Zuwachs", sagt Gahr. In der letzten Novemberwoche verbuchte der Paket-Dienst sogar ein Plus von 14,8 Prozent.

Dabei handele es sich längst nicht mehr nur um Bücher und DVDs: "Vom Plasma-TV über Hundefutter bis hin zu Kaminholz wird heute alles im Internet bestellt."

Kurz vor Weihnachten kann es zu Verzögerungen kommen, daher sollte man Geschenke spätestens zwei Tage vor Heiligabend aufgeben. Verpackungen sind hinderlich, Schleifchen bleiben hängen oder verdecken den Adressaufkleber. Am 19. Dezember liefert die Post auch sonntags.

Bei Briefen fallen an Montagen nur zehn Prozent des normalen Zustellungsvolumens an. Grund: Nur bei wenigen Firmen fällt samstags Schriftverkehr an. Bei Paketen ist das anders, da gewerbliche Sendungen nur selten am Wochenende und meist erst montags zugestellt werden können.

Bis zu 32,5 Kilogramm darf ein Paket wiegen. Begrenzungen, was die Größe angeht, gibt es aber nicht. "Bei sperrigen Artikeln wie Matratzen muss dann schon mal ein zweiter Kollege mit rausfahren", sagt Michael Thomassen, Leiter der Basis.

Für die Paketzusteller herrscht in der Vorweihnachtszeit eine strikte Urlaubssperre. Bis zu 10,5 Stunden ist jeder von ihnen pro Tag im Einsatz. Erschwerend kommt für viele die winterliche Witterung hinzu: Schlecht gestreute Seitenstraßen und Schneehügel am Straßenrand machen die Anfahrt manchmal unmöglich. "In diesem Jahr gab es aber bislang keine Probleme ", sagt Thomassen. Alle Päckchen konnten wie geplant am Tag nach der Aufgabe zugestellt werden.

Auch Geschenke fürs Christkind landen an der Kölner Straße

Für Paketzusteller Heinz-Willi Klingen ist der Weihnachtsstress nichts Ungewöhnliches: Er ist bereits seit 15 Jahren im Dienst. "Auch wenn es hektisch wird, das Ausliefern von Weihnachtsgeschenken macht immer wieder Spaß", sagt er. Manchmal bekommt er sogar etwas von seinen Kunden zurück, meist Kleinigkeiten wie Plätzchen. "Einmal bekam ich aber eine Flasche Champagner", sagt Klingen.

Auch Sendungen an das Christkind tauchen unter den zahllosen Paketen immer wieder auf. "51777 Engelskirchen" lautet die offizielle Adresse, unter der die Post die Briefe und Päckchen entgegennimmt. "Kinder schicken beispielsweise Selbstgebackenes oder kleine Söckchen", sagt Gahr. Besonders über Plätzchen freut man sich am Zustellungsort. "Die werden von den Kollegen dort gerne verspeist."

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