Dr. Martin Jörgens und sein Team von „Daktari for Maasai“ unterstützen im Norden Tansanias die medizinische Grundversorgung. Die Einheimischen haben es bitter nötig.

Dr. Martin Jörgens und sein Team von „Daktari for Maasai“ unterstützen im Norden Tansanias die medizinische Grundversorgung. Die Einheimischen haben es bitter nötig.
Dr. Martin Jörgens und Dr. Axel Roschker operieren gemeinsam im Dschungel von Lake Manyara. Auf dem Bild rechts warten die Menschen vor einer Station auf ihre medizinische Behandlung.

Dr. Martin Jörgens und Dr. Axel Roschker operieren gemeinsam im Dschungel von Lake Manyara. Auf dem Bild rechts warten die Menschen vor einer Station auf ihre medizinische Behandlung.

Dr. Martin Jörgens und Dr. Axel Roschker operieren gemeinsam im Dschungel von Lake Manyara. Auf dem Bild rechts warten die Menschen vor einer Station auf ihre medizinische Behandlung.

Daktari for Maasai, Bild 1 von 2

Dr. Martin Jörgens und Dr. Axel Roschker operieren gemeinsam im Dschungel von Lake Manyara. Auf dem Bild rechts warten die Menschen vor einer Station auf ihre medizinische Behandlung.

Hilfe leisten, die dort ankommt wo sie gebraucht wird. Basierend auf dieser Idee beschloss der Düsseldorfer Zahnarzt Dr. Martin Jörgens vor sieben Jahren, die Initiative „Daktari for Maasai“ ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit weiteren Medizinern versucht er, die unterversorgte Grenzregion im Norden Tansanias medizinisch zu bereichern.

Hauptberuflich betreibt er die Zahnarztpraxis „Dental Specialists“ in Kaiserswerth. „Daktari for Maasai ist Suaheli und bedeutet übersetzt Doktoren für die Maasai. Dabei betreiben wir mobile medizinische Basisarbeit. In ganz Tansania gibt es auf 53 Millionen Einwohner nur 250 Zahnärzte“, erklärt Jörgens im Interview mit der WZ.

Löwen oder Elefanten auf der Straße können gefährlich werden

Die Ärzte von „Daktari for Maasai“ sind im Norden Tansanias mit mobilem medizinischen Gerät unterwegs. Da häufig eine Stromversorgung fehlt, haben sie zur Sicherheit sogar eigene Generatoren dabei. „Die Arbeit kann eigentlich nur bei Tageslicht praktiziert werden, weil die Stromversorgung nicht ausreicht. Außerdem kann ohne ausreichendes Tageslicht nicht die Grundsicherheit der Anwesenden gewährleistet werden. Dafür laufen zu viele wilde Tiere herum. Schon häufiger sind wir nachts auf der Fahrbahn Büffeln, Elefanten und Löwen begegnet und dann kann es sehr schnell sehr gefährlich werden.“

Der Verein versorgt in Tansania drei Regionen westlich von Arusha: Den Hauptstandort Ololosokwan und die Standorte Mayoka und Ngorongoro. Diese befinden sich in oder an den Rändern der Nationalparks. Für nächstes Jahr ist bereits ein mobiles Zeltcamp geplant, „Serengeti under Canvas“. Dabei geht es in erster Linie um die Behandlung der Menschen in den nahgelegenen Dörfern. Mobile medizinische Geräte wie Röntgen, Laser und Chirurgie-Instrumente müssen transportsicher sein für die extremen Offroad-Fahrten mit dem Geländewagen. Bereitgestellt wird das medizinische Equipment teilweise vom europäischen Medikamentenhilfswerk Medeor. „Manchmal fanden wir Ortschaften mit 2000 Einwohnern und keinem einzigen Arzt vor. Und die Hauptstadt ist etwa 1000 Kilometer weit weg. Das sind sicher Verhältnisse, die wir uns hier in Europa nicht vorstellen können.“

Ganze Schulklassen sahen durch „Daktari for Maasai“ zum ersten Mal in ihrem Leben einen Zahnarzt. Das zweite große Ziel, das sich Dr. Jörgens und sein Team vorgenommen haben, ist, die aufgebauten Strukturen für Schulungszwecke den einheimischen Ärzten und Studenten zur Verfügung zu stellen.

Das Team umfasst Ärzte, Chirurgen, Oralchirurgen und Zahnärzte. Sein Medizinerkollege Dr. Afschin Fatemi ist auch mit dabei. Bei ihrer Arbeit spielt die Frage der Mobilität eine wichtige Rolle. „Die Gebiete, die wir bereisen, sind fast ausschließlich mit Geländefahrzeugen erreichbar.“ Das Team um Martin Jörgens kooperiert eng mit dem Unesco-Büro für Ostafrika und den Universitäten in Daressalam und Sevilla. Bis heute wurden über 5000 Menschen von diesem Mediziner-Team versorgt, allein über 900 jetzt im Oktober 2017.

Die Volksgruppe der Maasai lebt sehr traditionell und besteht hauptsächlich aus Bauern und sesshaft gewordenen Nomaden. Aber es gibt auch Maasai, die in der Hauptstadt Daressalam als Manager oder Rechtsanwälte arbeiten. „Die Maasai leben in Lehmhütten, sogenannten Bumas. Die kleinen Siedlungen befinden sich mitten in der Wildnis. Wilde Tiere wie Büffel, Löwen, Zebras und Antilopen sind in der Umgebung keine Seltenheit“, berichtet Jörgens.

Die Maasai seien ein sehr stolzes Volk und trügen oft ihre Keulen und Speere mit sich. Nicht nur als Statussymbol, sondern auch zum Schutz vor Löwen und Hyänen. Unter den Maasai herrschen noch Clanstrukturen. Ein Maasai definiert sich in erster Linie nicht durch westliche Statussymbole, so Jörgens, sondern durch die Anzahl an Kühen und Schafen, die er besitzt. Dennoch: Im Laufe der Zeit haben die Maasai das Team um den Zahnarzt aus Kaiserswerth als neuen Freunde ins Herz geschlossen.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer