Das Baumhaus erntet viel Lob. Aber: Es solle nicht zwischen den historischen Bauten eingepfercht werden.

Düsseldorf. Ein gelungener Entwurf an der falschen Stelle - so lässt sich das Echo auf das geplante Baumhaus zusammenfassen, das sich Donnerstag bei WZ mobil an der Ulmenstraße ergab. Die Position zwischen den beiden denkmalgeschützten Gebäuden halten viele für ungeeignet.

Allerdings ist diese Frage auch im Genehmigungsverfahren noch völlig ungeklärt. Mehrere Teilnehmer der Diskussion äußerten starke Bedenken, ob die Bäume und Statuen so umsetzbar seien wie auf dem Entwurf zu sehen: "Die Bäume halten doch dem Wind nicht stand", sagte zum Beispiel Ernst Hild. Sie seien "in diesem Ausmaß übertrieben".

Übertrieben findet Anwohner Gerhard Weber auch die geplante Höhe des Baumhauses: "30 statt über 40 Meter würden ausreichen", sagt er. "Sonst kommen die Kasernenbauten überhaupt nicht mehr zur Geltung." Zudem befürchtet der Derendorfer, es könnten Bäume für den Neubau gefällt werden, was der Idee des Baumhauses widerspreche.

Andreas Blomen aus Pempelfort kennt das Areal seit seiner Schulzeit: "Das Baumhauses fordert den Zeitgeist zu sehr heraus und passt nicht zu einem historischen Denkmal oder allgemein in ein Wohngebiet." Seine Frau Heide Blomen hingegen findet eine Mischung von Tradition und Moderne "herrlich", meint aber, die umliegenden Bauten könnten in den Hintergrund treten.

Auch Irmgard Scheinemann, die bis 2008 als Seniorenvertreterin im Stadtbezirk 1 an der Bauplanung beteiligt war, ärgert in erster Linie der Standort zwischen den Denkmalbauten. "Düsseldorf sollte mehr Respekt vor seiner Historie zeigen und kein wildes Potpourri aus Neuem und Altem kreieren", sagt die Seniorin.

Dagegen findet Manfred Hebenstreit von den Derendorfer Jonges den Standort gut gewählt: "Die Architektur auf dem alten Rheinmetall-Gelände ist eher langweilig. Da tut ein Leuchtturm der Gegend gut."

Das sieht Planungsdezernent Gregor Bonin genauso: "Architekturqualität steht für ,Emotionen wecken’ und ,nachhaltig funktionale Orte entwickeln’. Architekturqualität meint auch ,gut hinschauen’, ,kluge Fragen stellen’. All das vereint das Baumhaus auf sich. Die Metropole Düsseldorf als Architekturstadt sollte den Mut haben, sich dieser Diskussion zu stellen."

Der FDP-Vertreter in der Bezirksvertretung Horst Jakobskrüger schlug einen anderen Standort vor: "An der Ecke Johann-/Roßstraße würde ein solches Gebäude viel besser zur Geltung kommen."

Sein SPD-Kollege Philip Tacer wies darauf hin, dass es schon eine Öffentlichkeitsbeteiligung für das Gebiet gegeben hat, in der sich viele Bürger für den Denkmalschutz der alten Kasernengebäude stark gemacht hätten: "Das kann die Stadt nicht durch die Hintertür rückgängig machen."

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