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Magda hat richtig Spaß bei der Arbeit an den Figuren. Die 38-Jährige hat ein kreatives Händchen und zeichnet auch gern.

Magda hat richtig Spaß bei der Arbeit an den Figuren. Die 38-Jährige hat ein kreatives Händchen und zeichnet auch gern.

Sergej Lepke

Magda hat richtig Spaß bei der Arbeit an den Figuren. Die 38-Jährige hat ein kreatives Händchen und zeichnet auch gern.

Eigentlich verbringt Magda ihre Tage ganz anders. Die 38-Jährige lebt auf der Straße, regelmäßig kommt sie in eine Tageseinrichtung der Diakonie. Um mal einen Kaffee zu trinken, zu plaudern, sich mit anderen auszutauschen. An anderen Tagen sitzt sie auf der Straße und zeichnet. Einen geregelten Tagesablauf hat Magda aber normalerweise nicht. In dieser Woche schon, jetzt geht Magda täglich sechs Stunden lang „arbeiten“. Gemeinsam mit anderen Wohnungslosen nimmt sie an einem Workshop mit Figurenbauer Jacques Tilly teil. Und da gibt es wirklich einiges zu tun.

Vier Tage lang führt Deutschlands wohl bekannter Karnevalswagenbaukünstler die Teilnehmer in seine Kunst ein. Grundgerüste aus Holz bauen, die Umrise der Figuren mit Maschendraht darauf aufbauen. Das Ganze anschließend mit feuchtem Spezialpapier und Kreide das Innenleben der Figur kaschieren und die äußere Hülle formen. Zum Schluss alles bunt anmalen. Klingt einfacher, als es ist, sagt Magda, die ein Selbstporträt von sich gefertigt hat und der das Ganze richtig viel Spaß macht.

Genau darum geht es, erklärt Projektleiter Georg Schmidt von der Diakonie, die die Aktion mit der finanziellen Unterstützung des Unternehmens Vendus. „Um Spaß, Selbstbewusstsein und darum, mal wieder in die Öffentlichkeit zu gehen.“ Die fertigen Arbeiten werden im September in der fiftyfifty-Galerie gezeigt. Bis dahin sucht die Diakonie noch einen Werkraum, in dem der Workshop bis dahin fortgesetzt werden kann. gasch

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