Schon vor der Finanzkrise sank zwar der Umsatz, aber noch steigen die Preise.

Das Rheinufer in Oberkassel gehört zu den teuersten Wohnlagen. Am Kaiser-Friedrich-Ring wurden 2008 pro Quadratmeter 3200 Euro bezahlt.
Das Rheinufer in Oberkassel gehört zu den teuersten Wohnlagen. Am Kaiser-Friedrich-Ring wurden 2008 pro Quadratmeter 3200 Euro bezahlt.

Das Rheinufer in Oberkassel gehört zu den teuersten Wohnlagen. Am Kaiser-Friedrich-Ring wurden 2008 pro Quadratmeter 3200 Euro bezahlt.

BN

Das Rheinufer in Oberkassel gehört zu den teuersten Wohnlagen. Am Kaiser-Friedrich-Ring wurden 2008 pro Quadratmeter 3200 Euro bezahlt.

Düsseldorf. Zwei Jahre gab es eine wahre Goldgräberstimmung: Vor allem Investoren aus dem Ausland stürmten den deutschen Markt und kauften Immobilen, oft zu überhöhten Preisen. 2006 und 2007 kamen auf diese Weise Rekordumsätze zustande, die sich in der Grafik wie zwei Hochhäuser darstellen (siehe unten).

Schon vor dem Einsetzen der Finanzkrise verlor die Einkaufstour jedoch an Elan. Folge: 2008 sank die Zahl der Kaufabschlüsse in Düsseldorf zwar lediglich um rund 150 auf 4517, der Umsatz aber halbierte sich beinahe von 4,25 auf 2,43 Milliarden Euro. "Ob sich dieser Trend fortsetzt, können wir noch nicht sagen", sagt Wilfried Mann, Chef des Gutachterausschusses für Grundstückwerte. Der Januar habe zwar ein Viertel weniger Kaufverträge gebracht als im Vorjahr, aber das sei nicht ungewöhnlich.

Preise für Einfamilienhäuser und junge Eigentumswohnungen steigen

Die Frage ist nun, ob es auch bei Wohnungen und Häusern fallende Preise gibt. Letztes Jahr sind sie gestiegen: Grundstücke für Einfamilienhäuser wurden fünf Prozent teurer, junge Eigentumswohnungen (ab 1998) um 3,5 Prozent. Gutachter Marcel Abel, Chef von Jones Lang LaSalle, sieht in Wohnimmobilien Werte, die für offene Fonds, deutsche Immobilienfonds und Versicherungen interessanter werden. "Das sind Anlagen mit niedrigeren, aber soliden Renditen."

Für die Bürger heißt das: In der wachsenden Stadt Düsseldorf bleiben Forderungen von bis zu 400 000 Euro für die schicke 120 Quadratmeter-Wohnung am Derendorfer Güterbahnhof zunächst einmal Realität. Ob für sie tatsächlich dauerhaft so viel bezahlt wird, steht auf einem anderen Blatt. Solche Wohnungen werden nämlich seit Monaten beworben - und irgendwann purzelt der Preis oder aber aus Eigentums- werden Mietwohnungen.

Gutachter Thilo Hiersig hält es für möglich, dass bald andere Wohntypen als im Quartier Central (Schinkelstraße) oder den Golzheimer Höfen (Schwerinstraße) auf den Markt kommen. "Die meisten Entwickler haben auf Luxusstandard gesetzt. Wenn sich herausstellt, dass der Abverkauf nicht so gut funktioniert, dürfte die Qualität etwas niedriger ausfallen."

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