Was Arbeitnehmer beachten sollten und wie Arbeitgeber in Düsseldorf mit Anstoßzeiten am Nachmittag umgehen.

Was Arbeitnehmer beachten sollten und wie Arbeitgeber mit Anstoßzeiten am Nachmittag umgehen.
Fußball schauen während der Arbeitszeit – das geht nur, wenn der Chef einverstanden ist.

Fußball schauen während der Arbeitszeit – das geht nur, wenn der Chef einverstanden ist.

Franz Peter Tschauner/dpa

Fußball schauen während der Arbeitszeit – das geht nur, wenn der Chef einverstanden ist.

Düsseldorf. Bald rollt der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, leider tut er das aber teils ganz schön früh - zumindest für berufstätige Fußballfans. Zu Anstoßzeiten um 16 Uhr sind viele noch am Arbeitsplatz. Was also tun? In den sprichwörtlichen sauren Apfel beißen und auf Fußball verzichten? Oder vielleicht doch im Büro den Fernseher, Stream oder das Radio einschalten? Ist das überhaupt erlaubt?

Eigentlich nicht, sagt Tobias Ziegler, Düsseldorfer Fachanwalt für Arbeitsrecht. Der Arbeitgeber muss das schon ausdrücklich gestatten. „Ansonsten droht eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall eine Kündigung“, erklärt der Experte. Wer von seinem Vorgesetzten die Erlaubnis bekommt, Fußball zu schauen, sollte sich diese am besten schriftlich holen, empfiehlt Ziegler. Und auch, wer nur einen Liveticker verfolgt, sollte vorsichtig sein. „Wenn keine private Internetnutzung erlaubt ist, kann auch das Ärger geben.“

Bei Vodafone bekommt kein Mitarbeiter Ärger, weil er während der Arbeit an seinem Computer einen Ticker verfolgt oder auch WM-Livestream eingerichtet hat. Sicherheitskräfte dürfen allerdings nicht Fußball schauen, sie sollten sich nicht ablenken lassen, erklärt Sprecher Volker Petendorf. Und auch im Kundenkontakt, etwa in den Vodafone-Shops, darf kein Mitarbeiter einen Kunden warten lassen, weil er zuerst noch einen Angriff der deutschen Mannschaft zu Ende verfolgen möchte. Grundsätzlich wird es im Unternehmen aber locker gesehen, wenn Fußballfans die Spiele ihrer Mannschaft nicht verpassen möchten und etwa nebenher im Internet verfolgen.

Public Viewing in der Firma ist eher selten

Vor vier Jahren gab es bei Vodafone sogar ein Mitarbeiter-Viewing mit großer Leinwand, Würstchen und Getränken. Das wird in diesem Jahr aber nicht wiederholt. Weil der organisatorische Aufwand zu groß geworden ist, erklärt Volker Petendorf. „Und für das Spiel der deutschen Mannschaft am 27. Juni gegen Südkorea haben auch schon viele Mitarbeiter sich freigenommen.“

Ein gemeinsames Fußballschauen ist auch bei Henkel nicht vorgesehen. Die Vorfreude auf die WM sei aber unter den Mitarbeitern schon deutlich zu spüren, heißt es auf Anfrage von einer Sprecherin. „Es gibt interne Gewinnspiel-Aktionen, ein Kickerturnier und es werden Tipp-Gemeinschaften organisiert.“ Henkel-Mitarbeiter, die die Nachmittags-Spiele verfolgen möchten, sollten sich „entsprechend der betrieblichen Möglichkeiten“,also dank Gleitzeit und flexibler Arbeitszeit, eigenständig die Zeit dafür freischaufeln.

Die Rheinbahn möchte Mitarbeitern der Verwaltung, wenn möglich, die Chance geben, eher Feierabend zu machen. „In vielen Werkstätten ist um 16 Uhr, wenn Deutschland gegen Südkorea spielt, eh schon Feierabend“, sagt Sprecher Eckhard Lander. Die Fahrer, die während der Spiele Dienst haben, müssen hingegen verzichten, sie dürfen während der Fahrt kein Radio oder Ähnliches hören. Zwischenstände können sie aber auf den elektronischen Hinweistafeln (Düfas) an den Haltestellen sehen, diese sollen eingeblendet werden, kündigt Lander an.

Bei der Stadtverwaltung sind Fernseher oder Radios in den Büros strikt verboten. „Wegen der GEZ-Gebühren, die die Stadt sonst zahlen müsste“, erklärt Sprecher Michael Bergmann. Solange es der Dienstbetrieb zulässt, können die Mitarbeiter aber die flexiblen Arbeitszeiten nutzen, um die Fußballspiele zu sehen. „Unsere Kernarbeitszeit liegt montags bis donnerstags von 9 bis 14, freitags von 9 bis 12 Uhr“, so Bergmann weiter. „In dieser Zeit müssen die Mitarbeiter da sein, aber da gibt es ja auch keinen Fußball.“

© WhatsBroadcast

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