Heine-Uni fragt alle Eltern zur Schuleingangsuntersuchung ihrer Kinder, welche Hilfs- und Präventionsangebote sie genutzt haben.

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Britta Pedersen

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Düsseldorf. Dass Kinder möglichst gesund aufwachsen können, zählt sicher zu den unstrittigsten gesellschaftlichen und politischen Zielen. Aber: Was fördert wie die Gesundheit von Kindern? Präventions-, Beratungs-, Unterstützungs- und Hilfsangebote gibt es in Düsseldorf reichlich, doch wie sie von den Familien genutzt werden und welchen Nutzen sie haben, das gilt es genauer zu ermitteln. Die Heinrich-Heine-Universität will das leisten und befragt deshalb in einer auf zwei Jahre angelegten Studie erstmals alle Eltern, deren Kinder zur Schuleingangsuntersuchung gehen. Das sind rund 5000 im Jahr, ergo bekommen 10 000 Eltern den Fragebögen.

Kennen sie den Elternbesuchsdienst für Neugeborene und haben Sie ihn genutzt? Sind Sie in ein Elterncafé oder zum Pekip-Kurs gegangen, hat Ihr Kinder an einem Sprachförder-, Bewegungs- oder Kreativprogramm (Musik, Malen etc.) bis zur Einschulung teilgenommen? Wurden Hilfen zur Erziehung genutzt?

Was in der Kindheit erkannt wird, kann oft gut behandelt werden

Nicht gefragt wird hier nach den regelmäßig vorgesehenen Untersuchungen beim Kinderarzt (U1 bis U9), die in Düsseldorf laut Michael Schäfer vom Gesundheitsamt sehr gut genutzt werden (89 Prozent). „Natürlich ist die Teilnahme freiwillig, aber je mehr Eltern aus möglichst allen Schichten die Fragebögen bei der Schuleingangsuntersuchung abgeben, desto wertvoller sind die Erkenntnisse“, sagt Simone Weyers, die Projektleiterin an der Uni.

Auch für die Stadt ist es natürlich interessant zu erfahren, wie ihre Präventionsangebote eigentlich genutzt werden: „Und es geht auch darum, wie Familien zur Inanspruchnahme motiviert werden können“, sagt Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke. Die Umfrage der Uni sattelt bewusst bei der Schuleingangsuntersuchung auf, die nach wie vor eine große Ausnahme in der Gesundheitsvorsorge darstellt: „Es gibt keine andere Alters- oder Bevölkerungsgruppe, die so durchgängig und umfassend untersucht werden wie die sechsjährigen Schulneulinge“, sagt Meyer-Falcke. In dem Alter kann noch viel erkannt und korrigiert werden, was womöglich Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter hat.

Dafür muss man freilich auch erkennen, wo es Zugangsbarrieren für Eltern gibt, wo Informationsdefizite. Klassischerweise nutzen nämlich gerade die Familien – in soziale prekären Verhältnissen – die Hilfsangebote nicht oder kaum, für die sie besonders gedacht sind. Insofern können die Fragebögen auch in mhereren Fremdsprachen ausgefüllt werden. „Wenn wir einen Rücklauf von 50 Prozent hätten, wäre das schon sehr gut“, hofft Nico Dragano, Medizinsoziologe an der Heine-Uni.

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