Endlich richtig gute Nachrichten: Viele Firmen gehen von einer positiven Entwicklung aus.

Industrie: Im Düsseldorfer Sprinterwerk steigt die Produktion dieses Jahr um fast die Hälfte. Die Kurzarbeit ist Vergangenheit.
Industrie: Im Düsseldorfer Sprinterwerk steigt die Produktion dieses Jahr um fast die Hälfte. Die Kurzarbeit ist Vergangenheit.

Industrie: Im Düsseldorfer Sprinterwerk steigt die Produktion dieses Jahr um fast die Hälfte. Die Kurzarbeit ist Vergangenheit.

Einzelhandel: 80 Prozent der Betriebe melden eine gute oder befriedigende Geschäftslage.

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Industrie: Im Düsseldorfer Sprinterwerk steigt die Produktion dieses Jahr um fast die Hälfte. Die Kurzarbeit ist Vergangenheit.

Düsseldorf. So viel Gutes auf einmal ist von Wirtschaftsvertretern selten zu hören. Alle Branchen melden bessere Geschäfte oder geben sich optimistisch, 22 Prozent der Unternehmen wollen wieder Personal einstellen. Auch der lange gebeutelte Einzelhandel meldet den Stimmungsumschwung. Düsseldorf, der Kreis Mettmann und der Mittlere Niederrhein spielen beim Aufschwung ganz vorne mit.

Bei der Erfassung des so genannten Geschäftsklima-Index’, der Lage und Aussichten eines Unternehmens zusammenfasst, haben 900 Firmen mit 100 000 Beschäftigten teilgenommen. Hier liegen Düsseldorf und der Niederrhein (Neutralwert ist 100) mit 130 bzw. 127 Punkten beinahe gleichauf, der Kreis Mettmann kommt gar auf 135,5 Punkte.

"Am Niederrhein sind wir noch ein wenig pessimistisch, ansonsten aber ist zwischen beiden Rheinseiten ein intensiver Produktionsverbund entstanden", erklärt Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Niederrhein. Die frühereren Unterschiede in der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen den Regionen sind also kleiner geworden.

Die Ergebnisse im einzelnen: Ein Drittel der Firmen meldet eine gute Geschäftslage, die Hälfte eine befriedigende. Etwas sorgenvoll geht der Blick noch in die USA, da dort die Werte noch keineswegs gut sind. Porschen glaubt aber nicht, dass es deswegen hierzulande erneut zu einem Abwärtstrend kommt.

Im Gegenteil: "Diesmal zieht bei uns auch die Inlandsnachfrage an. Vor allem die jungen Leute konsumieren, da sie zuversichtlich in die Zukunft schauen - sie wissen, dass der Mangel an Arbeitskräften größer wird."

Porschens Düsseldorfer Kollege Udo Siepmann denkt ähnlich mit Blick auf die Kurzarbeit. Sie hat 2009 in der Krise nicht nur massenhaft Arbeitsplätze erhalten, sondern auch die Zurückhaltung beim Konsum abgemildert. Dass es voriges Jahr nicht zum vorausgesagten Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen ist, freut Siepmann. "Es gibt Fehler, die man gerne macht."

Beispiel Sprinter-Werk: Produktion ist voll ausgelastet

Das wirkt sich aus: 63 Prozent der Industriefirmen melden steigende Auftragszahlen im In- und Ausland. Beispiel Sprinterwerk: Im Rekordjahr 2008 wurden 157 000 Fahrzeuge produziert, 2009 stürzte die Zahl auf 88 500. Prognose für dieses Jahr: 125 000 Sprinter. "Das Werk ist voll ausgelastet, sagt Daimler-Sprecher Sebastian Michel.

Ein Streitthema: Porschen kritisierte Düsseldorf wegen seiner Bedenken gegen ein Kohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen. Diese sei "nicht gerechtfertigt" und ein "unfreundlicher Akt", der energiepolitische Notwendigkeiten ignoriere und Belastungen durch Schadstoffe in Düsseldorf hochspiele.

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